SELK-Reformationsgedenken: Podiumsdiskussion | 24.06.2017

Vielfalt wertschätzen, "Machtworte" finden, fromm leben
SELK-Wochenende zum Reformationsgedenken hat begonnen

Berlin, 24.6.2017 - selk - Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Chancen und Herausforderungen für die lutherische Kirche im 21. Jahrhundert" hat gestern Abend in der Kirche Zum Heiligen Kreuz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Wilmersdorf das Festwochenende der SELK anlässlich des Reformationsgedenkens begonnen.

In dem von Kirchenrätin Doris Michel-Schmidt (Merenberg) moderierten Gespräch hatten die Teilnehmenden zunächst Gelegenheit, in Kurzvorträgen eigene Impulse zum Thema zu geben, um dann im Anschluss untereinander und mit den Gästen des Abends in einen Austausch zu kommen.

Dr. Silja Joneleit-Oesch (Frankfurt) plädierte in ihrem Kurzvortrag dafür, die zunehmende Säkularisierung auch als Chance zu begreifen und die Kompetenzen wahrzunehmen, die eine staatsfreie lutherische Kirche wie die SELK in diesem Kontext einzubringen habe. Weiterhin trat sie dafür ein, die Vielfalt innerhalb des Weltchristentums auch als Schatz zu begreifen. Für den Weg der SELK warb sie dafür, sich als "moderne traditionsbewusste Kirche" zu verstehen.

Kirchenrat Erik Braunreuther (Dresden) rückte die Sprachnot der Kirche in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Er formulierte als Aufgabe für die Zukunft, im Anschluss an Luther erneut "Machtworte" zu finden, die Menschen in ihren lebensweltlichen Zusammenhängen ansprechen und berühren. Probeweise stellte er Überlegungen an, das Phänomen "Sünde" mit dem Begriff "Offline" als Menschen umtreibenden Beziehungsabbruch zu plausibilisieren.

Präses Dr. Robert Bugbee (Winnipeg) von der Lutherischen Kirche-Kanada, einer Schwesterkirche der SELK, formulierte die Überzeugung, dass Kirchen immer nur so stark sein könnten wie ihre Gemeinden. Gerade deswegen gelte es, "biblischem Analphabetismus" entgegenzuwirken und in Gemeinde und Pfarrerschaft eine neue Frömmigkeit zu entwickeln.

Prof. Dr. Werner Klän, Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie an der Lutherischen Theologischen Hochschule der SELK in Oberursel, hatte zuvor mit Kirchenrätin Michel-Schmidt das diesjährige Reformationsjubiläum theologisch und kirchengeschichtlich eingeordnet und dafür geworben, das Erbe des lutherischen Bekenntnisses mutig und rechenschaftsfähig in die Diskussionen der Gegenwart und Zukunft einzutragen.

In den sich anschließenden Gesprächen wurde immer wieder deutlich, dass das Umsprechen des konfessionellen Erbes in diese Zeit und Welt eine der besonderen Herausforderungen für die lutherische Kirche im 21. Jahrhundert darstellt. Wie dies gelingen kann, machte im musikalischen Programm des Abends das Duo "Ad Hoc" aus Leipzig deutlich, indem es mit jazzigen Improvisationen altbekannte Choräle in ganz neuer und doch auch vertrauter Weise zum Klingen brachte.

Das Festwochenende, das unter dem Thema "Freude in Christus" steht, wird heute um 13 Uhr mit einem Beichtgottesdienst in der Stadtkirche St. Marien in der Lutherstadt Wittenberg fortgesetzt. Am Abend (19.30 Uhr) wird in der Kirche der SELK-Gemeinde Berlin-Mitte die Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach aufgeführt, bevor die Feierlichkeiten morgen mit Gottesdiensten in den SELK-Gemeinden in Berlin und Potsdam unter Beteiligung internationaler Festprediger zu Ende gehen.

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Ein Bericht von selk_news /
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