Zukunftsweisende Entscheidung in Bonn | 06.07.2017

Zukunftsweisende Entscheidung in Bonn - gegen den Trend
SELK: Selbstständigwerdung des Gemeindeteils angestrebt

Köln/Bonn/Aachen, 6.7.2017 - selk - Die St. Johannis-Gemeinde Köln-Bonn-Aachen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) hat auf ihrer Gemeindeversammlung am 2. Juli eine zukunftsweisende Richtungsentscheidung getroffen. Bislang hat die Gemeinde zwei Pfarrer und mehrere Predigtplätze - ist aber, rechtlich gesehen, nur eine Gemeinde. Das soll sich nun ändern: Mit überzeugender Mehrheit sprach sich die Versammlung dafür aus, "das vom Vorstand im Dezember 2016 vorgestellte ,Pfarrbezirksmodell', das die Eigenständigkeit der Gemeinden Bonn und Köln innerhalb eines Pfarrbezirkes beinhaltet, anzustreben." Damit hat sie die Richtung für die nächsten Schritte der Gemeinde vorgegeben: als zwei selbstständige Gemeinden unter dem Dach des existierenden Pfarrbezirks zu bestehen. Sie gab damit ein wichtiges Signal für die kommenden Jahre.

Lange hatten Bonner Gemeindeglieder auf diese Selbstständigwerdung hingewirkt. Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Gemeinde in Köln wieder eine Kirche errichten. Hingegen mussten die Lutheraner im Bonner Einzugsbereich sich über Jahrzehnte damit begnügen, als Gäste in kirchlichen Räumen ihre Gottesdienste zu feiern. 1981 wurde ein eigener Pfarrer berufen. 1988 gründete sich ein Kirchbauverein, der sich den Bau oder den Erwerb eines eigenen Kirchgebäudes zum Ziel setzte. 2003 wurde schließlich eine schöne Kirche auf dem Brüser Berg geweiht - am Stadtrand von Bonn. Damit bekam der Gedanke an eine Verselbständigung Auftrieb. Doch noch waren viele Hürden zu überwinden. Rechtliche und strukturelle Fragen und nicht zuletzt ein starkes Beharrungsvermögen in der Gemeinde ließen noch "viel Wasser den Rhein hinunterfließen", bis die Gemeindeversammlung ihren Vorstand beauftragte, praktikable Modelle einer Neustrukturierung zu entwickeln. Seit Ende 2016 konnten sich die Gemeindeglieder in Diskussionsforen über die Möglichkeiten informieren - was die Variante "Alles bleibt beim Alten!" nicht ausschloss.

Die Gemeinde hat mit ihrem Richtungsbeschluss einen mutigen Schritt in die Zukunft getan und dem Bonner Gemeindebereich die Möglichkeit eröffnet, eigene Belange auch selbstständig zu gestalten. Dass dieser Weg nicht leicht sein wird, liegt auf der Hand. Viele Fragen werden in der Folgezeit zu klären sein. Auch hat die Gemeinde damit den allgemeinen Trend zu Zusammenschlüssen angesichts sinkender Zahlen gegen sich. "Doch im Vertrauen auf den Herrn, der alleine seine Kirche baut, will die St. Johannis-Gemeinde die selbst gestellten Aufgaben angehen", so Pfarrer Dr. Albrecht Adam, einer der beiden Pfarrer der Gemeinde: "Die stetig steigenden Bevölkerungszahlen in Köln und Bonn und die seit Jahren stabile Zahl von Gemeindegliedern scheinen ihr Recht zu geben."

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Ein Bericht von selk_news /
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