ACK-Treffen in Trier | 14.09.2017

Von der Theologie des Kreuzes und der Theologie der Herrlichkeit
SELK: Studientag und Mitgliederversammlung der ACK in Trier

Trier, 14.09.2017 - selk_news - Die 50 Delegierten der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) kamen zu ihrer turnusmäßigen Mitgliederversammlung am 13. und 14. September in Trier zusammen. Der leitende Geistliche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), vertrat die SELK, die ACK-Mitglied ist. Voigt hat zudem ein stellvertretendes Vorstandsmandat inne.

Eine insgesamt positive Bilanz zogen die Delegierten in einem ersten Rückblick auf die Feierlichkeiten zum Gedenken an "500 Jahre Reformation". An zahlreichen Orten hätten ökumenische Veranstaltungen stattgefunden und zu neuen Impulsen geführt. Aus Sicht der ACK hätte allerdings die multilaterale Beteiligung mehrerer Kirchen, vor allem bei den größeren Feierlichkeiten, noch stärker sein können. "Es wurde nicht die Trennung gefeiert, sondern der Reichtum unseres Glaubens, den die Reformatoren von der gemeinsamen Quelle her erneuern wollten", sagte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der ACK in Deutschland und leitender Geistlicher des römisch-katholischen Bistums Speyer.

SELK-Bischof Voigt berichtete, dass ihn bei Begegnungen anlässlich der "Weltausstellung Reformation" in Wittenberg besonders die Gespräche mit Einheimischen und Nichtchristen beeindruckt hätten. Das Jubiläum habe tatsächlich ermöglicht, den christlichen Glauben vielfältig zu bezeugen. "Beinahe alle SELK-Gemeinden haben sich in diesem Jahr intensiv mit reformatorischen Themen auseinandergesetzt", ergänzte Voigt in einem Bericht über die SELK. Voigt informierte zudem über den Dialogprozess zwischen der Union Evangelischer Kirchen (UEK) und der SELK, der in einem ökumenischen Bußgottesdienst am Buß-und Bettag in Berlin einen Höhepunkt finden solle. Zudem benannte er auch die zentralen Themen des im November stattfindenden Allgemeinen Pfarrkonventes (APK) der SELK und informierte über die anstehende Bischofswahl und die Flüchtlingsarbeit seiner Kirche.

Der Erzbischof der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland, Dr. Julius Hanna Aydin, berichtete unter dem Tagesordnungspunkt "Engagement der ACK für verfolgte Christen" sehr bewegend von der Situation seiner Kirche in Syrien.

Vor der Mitgliederversammlung hat sich zudem die "Kirche des Nazareners" vorgestellt. Die Freikirche stammt aus der methodistischen Tradition und hat einen Antrag auf Gastmitgliedschaft in der ACK gestellt. In Deutschland hat die Kirche nach eigenen Angaben rund 1.100 Mitglieder in 20 Gemeinden. Als nächster Schritt werden nun die Mitgliedskirchen der ACK befragt, ob sie dem Antrag auf Gastmitgliedschaft zustimmen können. Für die Aufnahme als Gastmitglied ist eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst.

Vor Beginn der Mitgliederversammlung hielt die ACK einen Studientag ab, der sich mit der Geschichte und dem tieferen Sinn des Festes der Kreuzerhöhung am 14. September beschäftigte. Es sei eine tiefere Weisheit, das Kreuzerhöhungsfest in diesem Jubiläumsjahr der Reformation ökumenisch zu feiern, sagte der evangelisch-lutherische Theologieprofessor Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg) vor der Mitgliederversammlung der ACK. Ursprung und Anlass des Festes seien zwar für "reliquienabstinente Lutheraner kein Grund zu feiern, die theologische Ausdeutung ist über jeden Zweifel erhaben", so Oberdorfer. Denn theologisch würden alle Konfessionen der Bedeutung des Kreuzes zustimmen können: "Von Gott kann man nicht sprechen ohne das Kreuz", sagte der Theologieprofessor. "Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden und hat sich selbst im Kreuz den Leiden bis zum Tod hingegeben." Anhand von Luthers Thesen auf der Heidelberger Disputation von 1518 entfaltete Oberdorfer die Theologie des Kreuzes bei Martin Luther, die einer Theologie der Herrlichkeit gegenüberstehe. Damit habe sich Gott dem Menschen an die Seite gestellt und durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung den Tod und die Sünde überwunden. Auf das Grundsatzreferat von Oberdorfer antworteten das ACK-Vorstandsmitglied Erzpriester Constantin Miron, Pastor Friedrich Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und Dr. Marius Linnenborn, Direktor des Deutschen Liturgischen Instituts der Deutschen Bischofskonferenz (Trier), in ergänzenden Statements.

Als Zeichen der Gemeinsamkeit nahmen zahlreiche Delegierte nach ihrer Tagung am 14. September an dem Gottesdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum "Kreuzerhöhungsfest" in der Konstantinsbasilika in Trier teil.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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