Frauentag im Westen | 08.10.2017

Es sich ein bisschen himmlisch machen .
SELK: Frauentag im Westen

Witten, 8.10.2017 - selk - "20,40,60,80 - immer ein Grund zu feiern?": Zu diesem Thema eines Frauentages im Kirchenbezirk Rheinland-Westfalen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) am 30. September war es gelungen, die bekannte Theologin und Autorin Christina Brudereck aus Essen zum Vortrag zu gewinnen.

Zunächst begrüßte die Frauendienstbeauftragte des Kirchenbezirks Rheinland-Westfalen, Bärbel Hein (Witten), die 45 Frauen mittleren Alters, die sich im großen Saal der Wittener Kreuzgemeinde eingefunden hatten. Wie sich herausstellte, waren sie nicht nur aus Witten, sondern aus fast allen Gemeinden des Kirchenbezirks zusammengekommen. Mit einer kurzen Andacht führte Bärbel Hein in das Thema "Älterwerden" ein und meinte, wer auf Gott bauen könne, brauche sich nicht über das Altwerden zu sorgen. "Wer morgens zerknittert aufwacht, hat tagsüber viele Entfaltungsmöglichkeiten ."

In ihrer ganz besonderen, humorvollen Art ging dann Christina Brudereck auf alle Lebensabschnitte ein und ermunterte immer wieder, diese ganz bewusst im "Jetzt" anzunehmen, jedoch dabei die eigenen Bedürfnisse nicht auszuschließen. Und sie betonte, wie wichtig es sei, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und auch mit der Begrenztheit anderer gelassen umzugehen.

Sie sei als Christin überzeugt, ihr Leben dauere "X Jahre plus ewig" - der Tod allerdings sei nun mal todsicher. Für sie sei er jedoch als ein Heilwerden, Entgrenzen und Befreien zu verstehen. Davon könne schon im Diesseits etwas spürbar werden, wie bei ihrer blinden betagten Großmutter, die sagte: "Komm, wollen wir's uns heute nicht ein bisschen himmlisch machen?" Mehrfach verwies die Referentin auf die frühkirchliche Antiphon "Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben". Aus diesem Bewusstsein heraus lebe es sich anders. Das Vergeben und wechselseitige Verzeihen müsse daher im Mittelpunkt stehen.

Sie ermutigte, nach Enttäuschungen und Schicksalsschlägen nicht in Bitterkeit zu verharren, sondern darin auch Chancen für Neuanfänge zu sehen. Das Vertrauen auf Gott zähme menschliche Angst - und er überwinde sie durch Liebe. Wenn auch nicht beweisbar, so sei doch dieser Glaube spürbar in seinen Auswirkungen in menschlichem Leben. Im Bewusstsein von Gottes "Auferweckungsenergie" könne man schon jetzt sein Leben feiern, auch sich feiern lassen und mit diesem Gott als großer, ewiger Begleitung getrost alt werden.

Nach dem Mittagessen ging es in die Workshops: Da ging es um Kreativität, wenn unter Leitung von Brigitte Masuch Gläser in Serviettentechnik dekoriert wurden. Beim Tanzen nach Taizé- und Volksliedern unter Anleitung von Norgard Steffen ging es um Rhythmus und Bewegung. Schließlich wurden unter Leitung von Bärbel Hein Fragen zum Thema des Vormittags mit Christina Brudereck noch einmal in einer sehr offenen und zum Teil ganz persönlichen Weise bedacht und beantwortet.

Dass den ganzen Tag über - trotz des ernsten Themas - sehr viel gelacht wurde, lag letztendlich auch an der erfrischend aufmunternden Persönlichkeit der Referentin. Ihre tiefgehenden Überlegungen und ihr bewegendes Glaubenszeugnis werden in den Teilnehmerinnen noch lange nachwirken.

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Ein Bericht von selk_news /
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