Reformationsfest im Westerwald | 02.11.2017

Die vier "Werbesprüche" der Reformation
SELK: Reformationsfest im Westerwald

Runkel-Steeden, 2.11.2017 - selk - "So voll muss es gewesen sein, wenn Jesus in einem Haus zu Gast war, sodass es kein Durchkommen mehr gab." So begrüßte Pfarrer Sebastian Anwand (Greifenstein-Allendorf) am Dienstag die über 200 Gottesdienstbesucher des zentralen Reformationsfestgottesdienstes der Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) im Westerwald. Eilig wurden zusätzliche Stühle und später extra Brot und Wein herbeigeholt, damit alle Gäste in der Steedener Zionskirche den Gottesdienst mitfeiern konnten. Und als die vereinigten Kirchen- und Posaunenchöre zum ersten Lied "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" anhoben und die Gemeinde kräftig einstimmte, war klar: Dieses Gotteslob zum 500. Reformationsjubiläum ging unter die Haut.

Pfarrer Ernst Wolf (Limburg) und Pfarrer Anwand predigten gemeinsam über die vier "Werbesprüche" der Reformation: allein durch Glaube, allein durch Gnade, Christus allein und allein durch die Schrift. Als sich beide Pfarrer zwischen den Predigtteilen im Altarraum begegneten, merkte Pfarrer Wolf an: "Gegenverkehr auf dem Weg zur Kanzel - das habe ich auch noch nicht erlebt!" Er nahm die Begegnung zum Aufhänger, um auf die anstehenden Veränderungen im Westerwald einzugehen. Künftig soll in den vier Pfarrbezirken Allendorf/Ulm, Gemünden, Steeden-Aumenau und Limburg-Bechtheim eine Pfarrstelle eingespart werden. Die Gemeinden befinden sich derzeit in einem intensiven Beratungsprozess darüber.

Das gemeinsame Reformationsfest war ein guter Zeitpunkt, um sich zu treffen und miteinander des lutherischen Erbes zu gedenken. Dr. Jorg Christian Salzmann, Professor für Neues Testament an der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel der SELK, lenkte am Nachmittag den Blick in die Zukunft. Sein Festvortrag hatte zum Thema: "'Wir sind es doch nicht, die da könnten die Kirche erhalten' - was kommt auf unsere lutherischen Gemeinden zu und was können wir tun?"

Musikalisch umrahmte Wolfgang Weber (Gitarre und Gesang) aus Bechtheim den Vortrag mit selbstgeschriebenen Reformationsliedern. Mit seinem Titel "Allein aus Glauben", in dem er die vier "Allein" verarbeitet hat, knüpfte er inhaltlich an die Predigt vom Vormittag an.

Parallel dazu gab es ein Jugendprogramm und eine Kinderbetreuung. Die Kinder hatten schon im Kindergottesdienst ihre ganz eigenen Thesen zur Erneuerung der Kirche aufgestellt und an eine Tür genagelt: Eine Rutsche in der Kirche bauen, mehr Quatsch machen, Kuscheln in der Kirche, Blumen im Kindergottesdienst - diese Wünsche machen deutlich, dass Kirche für Kinder auch ein Stück Zuhause ist, in dem sie sich wohlfühlen wollen.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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