Ökumenischer Gottesdienst mit neuen Glocken | 02.11.2017

Neue Glocken in Sangerhausen erklangen am Reformationsfest
SELK an ökumenischem Gottesdienst beteiligt

Sangerhausen, 2.11.2017 – selk – Glockenklang aus dem Turm der Marienkirche in Sangerhausen? Was vor drei Jahren noch unvorstellbar war: Seit dem Reformationstag 2017 ist es Wirklichkeit. Im ökumenischen Festgottesdienst erklangen die vier neu gegossenen Glocken zum ersten Mal.

Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Kirche, die Ende der 1970er Jahre dem baulichen Verfall preisgegeben war, nach einem historischen Taufstein, einer restaurierten Orgel nun sogar wieder Glocken bekommt. Schließlich dient die Marienkirche erst wieder seit Anfang der 1990er Jahre der Stadt als „multifunktionaler Kulturbau“, der eine „sakrale Nutzung“ durch die Ortsgemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) einschließt.

Vor vier Jahren hatten sich Mitglieder des Kulturvereins Armer Kasten, des Geschichtsvereins von Sangerhausen, der SELK-Gemeinde und Rechtsanwalt Mario Milde als Vertreter der Glockenstifter zum Kuratorium „Glockenguss für Sankt Marien“ zusammengefunden.

Zwei Glocken wurden durch Familienstiftungen finanziert, eine Glocke spendierte der Lions Club Sangerhausen. Für die Bürgerglocke haben seit 2014 viele Spenderinnen und Spender 20.634,05 Euro auf das Spendenkonto eingezahlt. Insgesamt kostet das Projekt 65.000 Euro.

Schritt für Schritt verfolgten die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt das Werden der Glocken. Im August dieses Jahres schauten sie den Glockengießern der Firma Hermann Schmitt aus Brockscheid (Eifel) bei der Arbeit zu, als von ihr die zwei kleineren Glocken vor Ort in der Marienanlage gegossen wurden. Beim Tag des offenen Denkmals im September wurden die vier neuen Glocken durch die Stadt gefahren und von den Glocken der Ulrichkirche, der Jacobikirche und der Herz-Jesu-Kirche begrüßt.

Bis zum Aufzug auf den Glockenturm hingen die Bürgerglocke „Concordia“ (Eintracht), die Glocke des Lions Clubs „Wir dienen“, die für die Liebe steht, die Glocke „Pax“ (Frieden) und die Glocke „Maria“ (Glaube) im Kirchenschiff der Marienkirche. SELK-Pfarrer i.R. Michael Pietrusky ging in seiner Predigt besonders auf die größte der vier Glocken ein. Er sagte: „Sie stellt uns Maria, die Mutter Jesu, als Vorbild hin, als Vorbild des Glaubens. Auf der Glocke steht unter anderem das Bibelwort: Selig ist, die da geglaubt hat! (Lukas 1,45) … Dazu ist das Bild zu sehen, wie Maria ihren verstorbenen Sohn in ihrem Schoß hält, Jesus, vom Kreuz abgenommen. Maria hat Glauben gehalten, auch angesichts des Todes ihres Sohnes. In dem vierstimmigen Geläut dieser Marienkirche bringt die große Glocke den Grundton zum Klingen und weist auf den Glauben hin. Auf ihm aufbauend rufen die anderen Glocken zum Frieden, zur Liebe und zur Eintracht. So wie Maria auf ihren Sohn geschaut hat, so lasst uns auf Gott schauen, auf Jesus Christus, und bei ihm Heil und ewiges Leben erwarten. In diesem Sinne lasst uns eine Reformation beginnen.“

Unzählige Male wurden die Glocken im Kirchenschiff schon zum Klingen gebracht. Als aber während des Gottesdienstes auf Knopfdruck das Bronzegeläut mit den Tönen des̋, ces̋, b´ und as´ erklang, war es für alle Anwesenden ein berührender Augenblick. In den Klang des vollen Geläuts stimmte die gottesdienstliche Gemeinde das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ an und aus der Ferne erschallten die Glocken der anderen Kirchen der Stadt.

Somit wurde es in vielerlei Hinsicht ein besonderer Gottesdienst, wie Pfarrerin Margot Runge hervorhob: „Das ist etwas ganz Besonderes, dass die Kirchen der Stadt gemeinsam den Festgottesdienst zur Reformation begehen. Das, was uns verbindet, ist größer als das was uns trennt.“

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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