Kirchenvorstehertag Hessen-Nord zum Thema "Islam" | 06.02.2018

"Islam - eine fremde Religion kennenlernen"
SELK: Kirchenvorstehertag des Kirchenbezirks Hessen-Nord

Baunatal-Großenritte, 6.2.2018 - selk- Am vergangenen Samstag befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kirchenvorsteherstages des Kirchenbezirks Hessen-Nord der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in den Räumen des Gertrudenstiftes in Baunatal-Großenritte mit dem Thema "Islam". Als Referent konnte dafür Pfarrer i.R. Konrad Hahn (Kassel-Kirchditmold) gewonnen werden, der bis zu seinem Ruhestand als Referent für Islamfragen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck tätig war.

Der Referent gab Informationen zur Dynamik des Islam, zum Koran und dem Propheten Mohammed. Abschließend ging es um Perspektiven in der Debatte mit Muslimen und um den Dialog über den Islam. Es sei grundsätzlich von Bedeutung, bei der Beurteilung von Religionen zu differenzieren zwischen gelehrter und gelebter Religion. Es wurde deutlich, dass es zwischen dem Christentum und dem Islam sowohl Nähen als auch deutliche Differenzen gibt. So sei bei manchen islamische Gebeten eine Nähe zu christlichen Gebeten zu erkennen. Der der Koran gelte als Gottes unmittelbares Wort, in arabischer Sprache geoffenbart. Er sei unübersetzbar, warne vor dem Gericht Gottes und verkündige eine frohe Botschaft. Der Selbstanspruch des Islams sei es, 1. keinen neuen Glauben zu bringen, aber den reinen Glauben Abrahams wiederherzustellen, der im Judentum und im Christentum verloren gegangen sei. 2.gehe es um die Regelung des öffentlichen Lebens und 3. darum, dass die Gemeinschaft eine Vorrangstellung vor dem einzelnen Menschen habe. Der Islam sei die einzige in der Auseinandersetzung mit dem Christentum entstandene Religion.

Das Thema wurde am Nachmittag in vier Arbeitsgruppen vertieft. Sie arbeiteten zu den Themen "Jesus im Koran", "Gewaltpotential und Friedensauftrag im Koran und im Islam", "Beten von Christen und Muslimen" und "Recht und Gesetz, Gottesrecht und Menschenrechte - die Scharia". Im abschließenden Plenum bündelte der Referent Fragen und Gruppenergebnisse. Er betonte, dass der Islam sich als die einzig wahre Religion verstehe und es somit zu einer Konkurrenz zu anderen Religionen komme. Christentum und Islam hätten beide den Auftrag zur Weitergabe des Glaubens. Zum Thema "Islam in Deutschland" war es dem Referenten wichtig, darauf hinzuweisen, dass das religiöse Recht durch das Grundgesetz des demokratischen Staates seine Grenzen erfährt. Problematisch sei, dass der Islam als Lehre in seiner Gesamtheit noch kein klares Verhältnis zur Moderne gefunden habe, was an einem "literalistischen" Gebrauch des Koran deutlich werde. Das habe schwerwiegende Folgen für das Weltbild, den Toleranzgedanken, der Religionsfreiheit und die Geschlechtergerechtigkeit. Leider werde in Deutschland zu wenig wahrgenommen, dass in Deutschland die Mehrheit der Muslime einen aufgeklärten, liberalen Islam leben.

Es wurde deutlich, dass eine Beschäftigung mit dem Thema und der Religion des Islam weitere Impulse und Dialoge benötigt. Der thematische Teil des Tages schloss mit dem Dank an den Referenten durch Pfarrer Johannes Godduhn, der mit dem Pfarrbezirk Bergheim/Sand den Tag geplant und gestaltet hatte.

Der Kirchenvorstehertag in Nordhessen wird darüber hinaus seit Jahren dazu genutzt, Informationen für die Gemeinden weiterzugeben. So hat der Geschäftsführer des in der SELK beheimateten Gertrudenstiftes (https://gertrudenstift.de), Martin Mittelbach, über die Arbeit des Gertrudenstiftes und weitere Entwicklungen und Arbeitsschwerpunkte berichtet. Außerdem eröffnete Wolf-Dietrich Volkmar (Obersuhl) in bewährter Weise die SELK-Bausteinsammlung 2018 (www.bausteinsammlung.de) für den Kirchenbezirk, die der Kreuzkirchengemeinde in Cottbus zugesprochen wurde.

Eine weitere Veränderung im Kirchenbezirk betrifft die Zuständigkeit für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Gemeinden des Kirchenbezirks. So hat sich der von der Kirchenleitung als Ortskraft für den Kirchenbezirk Hessen-Nord bestellte Sicherheitsberater, Erhard Ebert aus der SELK-Gemeinde Warzenbach, vorgestellt. Er wird als Ortskraft für Arbeitssicherheit die Gemeinden besuchen und beraten.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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