Synode Rheinland-Westfalen tagte | 26.02.2018

Ich bin lutherisch - ja, und!?
Kirchenbezirkssynode Rheinland-Westfalen der SELK tagte

Düsseldorf, 26.2.2018 - selk - Am letzten Februarwochenende traf sich die Bezirkssynode Rheinland-Westfalen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in den Räumen der Erlöserkirchengemeinde der SELK in Düsseldorf. Neben den obligatorischen Themen wie den Finanzen und den Berichten aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Bezirks konnte eine Propstwahl nicht durchgeführt werden, da der Pfarrkonvent dafür keinen Kandidaten vorschlagen konnte. Dem Zusammenschluss der SELK-Gemeinden Essen, Duisburg und Oberhausen zu einem Pfarrbezirk wurde zugestimmt.

Für die außerordentliche Kirchensynode im April in Stadthagen wurden neben dem Superintendenten Burkhard Kurz (Dortmund) als Synodale Pfarrer Gerhard Triebe (Düsseldorf - Vertreter: Pfarrer Hinrich Schorling, Witten), Stefanie Krüger (Senden), Hans-Hermann Buyken (Neukirchen-Vluyn) und Harald Schäfer (Köln) gewählt, Vertreter ist Falk Steffen (Witten).

Superintendent Kurz stellte seinen Jahresbericht in Anlehnung an die ökumenische Jahreslosung 2017 (www.jahreslosung-2017.de) unter das Motto "Neue Herzen - Neuer Geist". Im Rückblick auf die besonderen Höhepunkte im vergangenen Jahr verwies er auf die vielfältigen Veranstaltungen im Zusammenhang des Gedenkens an 500 Jahre lutherische Reformation. Neben den vielen Vorträgen, thematisch besonders ausgerichteten Gottesdiensten und kulinarischen Veranstaltungen wies er besonders hin auf die ökumenischen Gedenkgottesdienste, insbesondere im Zusammenhang mit den örtlichen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (ACK). Die Bedeutung und Folgerungen des im November durch SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. und Kirchenpräsident Christian Schad am Buß- und Bettag in Berlin unterzeichneten "Gemeinsamen Wortes" der SELK und der Union Evangelischer Kirchen (UEK) werden in der nächsten Zeit in den Gemeinden des Kirchenbezirkes zu bedenken sein.

In seinem Bericht betonte der Superintendent ausdrücklich die Herausforderungen, denen die SELK in den kommenden Jahren gegenübersteht. Dabei nahm er in den Blick, dass zum einen auch die SELK zukünftig die Gemeinden mit weniger Pfarrern versorgen und dass darum zum anderen die Verantwortung der Gemeindeglieder für ihre jeweilige Gemeinde zunehmen müsse. Er machte aber auch Mut, sich kreativ diesen Veränderungen zu stellen, was im Kirchenbezirk Rheinland-Westfalen durch die "Perspektive 2022" bereits geschieht. Dabei werden die Änderungen von den Gemeinden gemeinsam entwickelt und getragen. Als Arbeitsthese gab der Superintendent den Synodalen die Frage mit, wie sie sich ihre Gemeinde ohne leitenden Pfarrer vor Ort vorstellen würden - wobei die geistliche und seelsorgliche Betreuung der Gemeindeglieder durch zuständige Pfarrer entsprechend den Ordnungen der SELK gewährleistet sein würde. Einen besonderen Platz nahm in dem Bericht der Dank an die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden im Kirchenbezirk und in den Gemeinden ein. So galt es, für viele schöne Gottesdienste, alle geistliche Betreuung in Freude und Leid, die Offenheit für neue - oft iranische oder afghanische - Gemeindeglieder und die vielen Gaben, insbesondere der mehr als 1,3 Millionen Euro Umlage an die Allgemeine Kirchenkasse der SELK, zu danken. "Freuen wir uns mehr an dem, was da ist, und lasst uns mehr nach dem suchen und in dem leben, was uns trägt und hält!", so die Ermunterung des leitenden Geistlichen.

Den Synodalgottesdienst leitete der stellvertretende Superintendent, Ortspfarrer Gerhard Triebe (Düsseldorf). Musikalisch wurde der Gottesdienst durch Kantor Thomas Nickisch (Radevormwald) gestaltet. Die von Pfarrer Karl-Heinz Gehrt (Münster) verantwortete Predigt, die er dialogisch mit Pastoralreferentin Barbara Hauschild (Dortmund) hielt, zeigte am Beispiel des Apostel Petrus, was lutherische Identität bedeutet. Petrus, der Bekenner und Verleugner, wird durch die Gnade und den Zuspruch Jesu Christi zum Felsen, auf dem Christus seine Kirche baut.

Das Synodalthema lautete "Lutherische Identität - lutherisch sein heute". In einem Einstiegsreferat stellte Pfarrer Gehrt dar, dass sich Identität immer im Gegenüber zu einem Du entwickelt, dass im Kleinkindalter das Kind erst durch die Anrede der Eltern seinen Namen erfährt und dass auch im Glauben Gott den Menschen zuerst anredet. Im Blick auf lutherische Identität lenkte Pfarrer Bernd Hauschild (Bochum) den Blick zunächst auf die Bekenntnisschriften, an denen das spezifisch Lutherische erkannt werden könne. Doch die Aufgabe, konkrete Aussagen für die Menschen heute zu sagen, erwies sich in engagierten Gruppenarbeiten als äußerst schwierig. Dabei ist die Möglichkeit, über die eigene Identität Auskunft zu geben, immens wichtig. Nur so kann die eigene lutherische Position schließlich deutlich gemacht werden. Und das ist nicht nur eine Aufgabe der Fachleute. Das Gespräch in Kleingruppen, was denn nun als lutherische Identität festzuhalten sei, brachte einige Fragmente zutage - das Gespräch und der Austausch muss und sollte in den Gemeinden weitergehen.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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