InFo tagte in Frankfurt am Main | 18.05.2018

Prof. Dr. Athina Lexutt mit Vortrag bei InFO
Initiative Frauenordination (InFO) in der SELK tagte

Frankfurt/Main, 18.5.2018 - selk - Zu ihrer Frühjahrstagung trafen sich Vorstand und Beirat der Initiative Frauenordination (InFO) in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) am 5. Mai in den Räumen der Trinitatisgemeinde der SELK in Frankfurt am Main. Die InFO ist ein freier Zusammenschluss von Befürworterinnen und Befürwortern der Ordination von Frauen. Die SELK hat in ihrer Grundordnung festgelegt, dass das Amt der Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung nur Männern übertragen werden kann, und befindet sich seit längerer Zeit in einem Beratungsprozess über diese Regelung.

Der wichtigste Tagesordnungspunkt der Sitzung in Frankfurt war die Organisation der Teilnahme am 9. Lutherischen Kirchentag der SELK (25. bis 27. Mai in Erfurt) mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten. Alle Besucherinnen und Besucher des Kirchentages sind eingeladen, am Stand vorbeizuschauen und an einer "Publikumsbefragung" teilzunehmen.

Weitere Themen waren die 14. Kirchensynode 2019 und die Erstellung eines neuen Faltblattes. Neben dem Hinweis auf die eigene Homepage www.frauenordination.de wurde eine neue Internetseite vorgestellt: frauenordination.wordpress.com/Dokumente-zum-Thema.

Auf die Fragerunde mit interessierten Gemeindegliedern folgte der öffentliche Vortrag von Prof. Dr. Athina Lexutt, Professorin für Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, zum Thema: "Mit Chanel und Charisma - Kirchengeschichtliche und aktuelle theologische Erwägungen zur Frage der Frauenordination".

Ausgangspunkt für die Referentin war Luthers Erkenntnis der Rechtfertigung des Sünders, dem die "radikale Gnade Gottes" zugesagt werde, die an keinerlei weitere Voraussetzungen gebunden sei. Sie gelte also allen Menschen, Männern ebenso wie Frauen. Weiter bezog sich Lexutt auf Luthers Schrift "An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung", in der er sage, dass alle Christen geistlichen Standes seien; die Taufe mache alle zu Priestern. Einen Unterschied gebe es nicht zwischen Laien und Priestern, sondern nur noch zwischen einzelnen Diensten beziehungsweise Berufen. Das bedeute konsequenterweise, so die Professorin, dass Frauen alle Dienste beziehungsweise Berufe ausüben könnten. Dafür bedürfe es natürlich einer bestimmten Bildung und Ausbildung. Weitere Überlegungen galten Luthers Bild der Frau. Luther habe in seiner Genesis-Auslegung die Schöpfung des ersten und zweiten Menschen nicht als Unterordnung begriffen, sondern als Zuordnung. Damit erhalte die Ehe eine enorme Aufwertung, nicht mehr der priesterliche Zölibat sei das höchste Ziel. Lexutt stellte sich hinter die Meinung des Ökumenischen Rates der Kirchen, der 1963 formuliert hatte, dass bewiesen werden müsse, warum eine getaufte Frau, die teilhabe an allem, was die Taufe ausmache, von der Ordination zum Amt ausgeschlossen sein solle.

Nach einer lebhaften Diskussion wurde die Veranstaltung mit dem Dank an die Referentin und die gastgebende Gemeinde beendet.

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Ein Bericht von selk_news /
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