9. Lutherischer Kirchentag (7) | 27.05.2018

Als Christ Fußballfan sein
SELK-Kirchentag erlebt Fülle thematischer Angebote

Erfurt, 27.5.2018 - selk - "Die Einheit der Gemeinde und die Vielfalt der Menschen" lautete das Thema einer Veranstaltung in einer Fülle von Workshops, die am gestrigen Nachmittag auf dem 9. Lutherischen Kirchentag der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) angeboten wurden. Pfarrer Dr. Jens Martin Sautter von der landeskirchlichen Auferstehungsgemeinde in Mainz hielt darin vor rund 100 Zuhörenden ein "Plädoyer für die Kirchengemeinde als ,heterogenem Haufen'". Eine Gemeinde solle nicht eine "homogene Insel" und keinen "geschlossenen Kreis" darstellen, sondern Platz haben für die unterschiedlichsten Menschen. Diese würden alle gleichermaßen davon leben, dass sie sich von Jesus Christus rufen und sich an festmachen ließen. Er weise sie aneinander und halte sie zusammen. Zu ihm gehören auch die, zu denen andere keine Zugänge fänden. Anhand von Beispielen aus der Mainzer Auferstehungsgemeinde zeigte der Referent auf, wie dort durch die Gottesdienste, durch die Feier des Abendmahls, durch das "Ich bin dann mal da"-Projekt (Reihen mit Abenden, an denen neben einem gemeinsamen Essen die Beschäftigung mit einem Thema erfolgt) und durch den (weitherzigen) Umgang mit "Ketzern" versucht werde, als heterogene Gemeinde zu leben.

Als Christ Fußballfan sein: Darin ging es in einem von Superintendent Burkhard Kurz (Dortmund) gestalteten Workshop. Darin zeigte er auf, wie der Fußballsport durchaus problematische Seiten mit sich bringe, was etwa die wirtschaftlichen Aspekte, den Inhalt von Fangesängen und die Frage der Spielzeiten, wenn diese mit der Gottesdienstzeit konkurrierten, angehe. Anhand biblischer Aussagen zum Leben der Christen in dieser Zeit und Welt erläuterte Kurz, dass es nicht darum gehe, sich aufgrund der skizzierten Probleme vom Fußballsport fernzuhalten. Vielmehr gehe es darum, einen richtigen Umgang mit dem Fußballsport zu finden und dabei christliche Werte zur Geltung zu bringen. Hierfür stünden auch christliche Fußballfanclubs wie der Fanclub "Totale Offensive BVB 09", der die Fußballbundesligamannschaft von Borussia Dortmund unterstütze, aber auch beispielsweise sozial-diakonische Projekte durchführe und fördere. Kurz, der in dem Dortmunder Fanclub leitend mitarbeitet, legte auch dar, wie ihm seine Mitwirkung dort ermögliche, Kontakte zu knüpfen, christliche Werte einzutragen, Gespräche über Fragen des Glaubens zu führen und andere Christen zu stärken. Außerdem sei für ihn die Leidenschaft und das Engagement für den Fußballsport zugleich "Freude an der Schönheit der Schöpfung".

Zu den weiteren Angeboten gehörten die Veranstaltung "Lutherische Identität heute", für die es den Verantwortlichen gelungen war, den sächsischen Landesbischof Dr. Carsten Rentzing als Referenten zu gewinnen, sowie Workshops zur Gottesdienstgestaltung, zu Positionierungen der SELK in der Ökumene, zu einer lutherischen Frömmigkeit, zum Thema "Kirche und Judentum", zum Fundraising und zum Kirchenasyl.

Der 9.Lutherische Kirchentag war am Freitag eröffnet worden und schließt heute mit dem Abschlussgottesdienst.

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Ein Bericht von selk_news /
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