9. Lutherischer Kirchentag (12) | 27.05.2018

Licht sein aus dem Energieanschluss Christi
9. SELK-Kirchentag am Mittag beendet

Erfurt, 27.5.2018 - selk - Mit einem festlichen Gottesdienst endete am Mittag im Messe Congress Center Erfurt der 9. Lutherische Kirchentag der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Er hatte am Freitag begonnen und unter dem Thema "Salz der Erde. Licht der Welt. Lutherische Kirche in unserer Zeit" gestanden.

Verschiedene Blechbläser- und Vokalchöre unter der Leitung von Bläserwart Rainer Köster (Berlin) und Kantor Georg Mogwitz (Leipzig), die Band der Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln der SELK sowie Benjamin Wroblewski (Amelinghausen) am E-Piano, zum Teil zusammen mit seinen Kindern Leonie Wroblewski (Klarinette) und Matthis Wroblewski (Posaune), sorgten mit eigenen Beiträgen und in der Begleitung der Gemeinde hochwertig für Musik aus verschiedenen Epochen. Die agendarische Liturgie des Hauptgottesdienstes, geleitet von Pfarrer Michael Otto (Bochum), kam in frischer Gestalt kirchentagsgemäß daher und wirkte in allen ihren Stücken stimmig. Die beiden biblischen Lesungen aus den neutestamentlichen Briefen und aus den Evangelien erfolgten in Deutsch, Englisch und Farsi, womit der Internationalität der Gemeinde Rechnung getragen wurde.

Der Gottesdienst griff inhaltlich aus dem Gesamtmotto des Kirchentages das Bild vom "Licht der Welt" auf. SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) erläuterte in der Predigt den Zuspruch Jesu Christi an die Christinnen und Christen, sie seien "das Licht der Welt". Das Bild von der Wirksamkeit des Lichtes zeige, dass der christliche Glaube "extrovertiert" sei, also darauf aus, sich zu zeigen und hilfreich einzubringen. Allerdings sei nicht immer auf den ersten Blick klar erkennbar, was hilfreich und dementsprechend ein "gutes Werk" sei. "Wir leben in einer verunsichernden, verstörenden Welt", so der leitende Geistliche. Die Frage, was gut und was richtig sei, sei nicht immer ohne Weiteres zu beantworten. Wie können wir angesichts der Herausforderungen dieser Zeit und Welt zur Klarheit kommen, so sei zu fragen. Grundsätzlich gelte, dass es der gewiesene Weg sei, dem eigenen Gewissen zu folgen. Doch dürfe man nicht vergessen, dass auch das Gewissen der Sünde unterliege und darum irren könne. Es sei darum unabdingbar, das Gewissen an Gottes Wort auszurichten: "Lasst uns wieder verstärkt zur Heiligen Schrift zurückkehren, die Bibel lesen, die das Gewissen schärft", so der Bischof: "Lasst uns in Demut und Achtsamkeit nach Gott fragen, dann folgen die guten Werke." Allerdings, so betonte der leitende Geistliche, entstehe mit diesem Hinweis "keine neue Last." Es sei "alles ganz anders": Der Mensch bleibe auf seinen Wegen, Licht zu sein, gute Werke zu tun, nicht auf sich allein gestellt. Es sei wie bei der Wohnzimmerlampe, die nur leuchten könne, wenn der Stecker in der Steckdose stecke: So könnten auch Christinnen und Christen nur als "Licht der Welt" wirken, wenn sie angeschlossen seien an die Energie, die ihnen von Jesus Christus selbst zukomme. Diese Verbindung sei grundlegend in der Taufe gelegt und lebe in der Beziehung zu Jesus Christus: Sein Wort schärfe die Gewissen, seine Kraft ermögliche es, als Licht der Welt Gutes zu wirken.

Das Abendmahl wurde an zehn Stationen der Messehalle durch Pfarrer und Gemeindeglieder in Form der Wandelkommunion ausgeteilt, begleitet von Improvisationen zu Chorälen und neuen christlichen Liedern durch Benjamin Wroblewski.

Im Rahmen des Abschlussgottesdienstes wurde Bischof Voigt in seinem Amt bestätigt, nachdem die im April in Stadthagen tagende Sondersynode der SELK ihn nach Ablauf seiner befristeten Amtszeit wiedergewählt hatte, nunmehr unbefristet. Die Bestätigung nahm Propst Klaus-Peter Czwikla (Spiesen-Elversberg) unter Mitwirkung der drei anderen Pröpste der SELK - Propst Johannes Rehr (Sottrum), stellvertretender Propst Burkhard Kurz (Dortmund) und Propst Gert Kelter (Görlitz) vor.

Zum Abschluss des Kirchentages dankte Steffen Wilde (Nidderau), der Vorsitzende des Hauptausschusses zur Vorbereitung des 9. Lutherischen Kirchentages, den Messe-Mitarbeitenden, der Technik und den musikalischen Gruppen. Anschließend wurden die Mitglieder des Hauptausschusses auf die Bühne gebeten und mit stehendem Beifall bedacht. An den Leiter des Ausschusses übergab Bischof Voigt ein sichtbares Dankeschön in Form einer großen Kerze.

Der 9. Lutherische Kirchentag, der am Freitag eröffnet worden war, ging damit zu Ende. SELK-Kirchentage hatten zuvor 1980 (Hannover), 1984 (Bochum), 1988 (Frankfurt-Höchst), 1992 (Hannover), 1996 (Berlin), 2000 (Bochum), 2006 (Kassel) und 2012 (Hannover) stattgefunden.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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