Treffen der Dialoggruppe ILC / PCPCU | 27.09.2018

Treffen der Dialoggruppe zwischen dem ILC und dem PCPCU
SELK durch Werner Klän vertreten

Bergen-Bleckmar (Kreis Celle), 27.9.2018 - selk - Eine weitere Tagung der Dialoggruppe zwischen dem Internationalen Lutherischen Rat (ILC) und dem Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen (PCPCU) fand vom 17. bis zum 21. September in den Räumlichkeiten der Lutherischen Kirchenmission (Bleckmarer Mission) der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Bergen-Bleckmar statt. Ziel dieser 2014 begonnenen Gespräche ist es, auszuloten, inwieweit ein offizieller Dialog beider Gremien möglich und sinnvoll ist.

Vier Arbeitsgruppen hatten Unterlagen vorbereitet: Prof. Dr. Wolfgang Thönissen (Paderborn) und Prof. Dr. John Stephenson (St. Catharines / Kanada) behandelten das Thema "Rechtfertigung"; PD Dr. Burkhard Neumann (Paderborn) und Prof. Dr. Roland Ziegler (Fort Wayne / USA) arbeiteten über Synérgeia (menschliche Mitwirkung) und Opfer; Prof. Dr. Josef Freitag (Lantershofen) und Prof. Dr. Gerson Linden (São Leopoldo / Brasilien) befassten sich mit kirchlichem Amt und Ordination; Pater Augustinus Sander (Erfurt) und SELK-Prof. i.R. Dr. Werner Klän (Lübeck) legten eine Ausarbeitung über Eucharistie und Messopfer vor.

Die Lutherische Teilgruppe hatte Pavel Butakov Ph.D. vom Lutherischen Theologischen Seminar in Nowosibirsk (Sibirien/Russland) kooptiert, der zum Thema "The Eucharistic Conquest of Time" (Die eucharistische Bezwingung der Zeit) sprach. Er wies auf philosophische Schwierigkeiten hin, die manche Erklärungsversuche für die Gegenwart des Opfers Christi in der Feier des Heiligen Abendmahls bei sich haben.

Die vorliegenden Arbeitspapiere wurden besprochen und zusätzliche Vorschläge eingebracht. Es stellt sich heraus, dass manche Gemeinsamkeiten zwischen römisch-katholischen und konkordienlutherischen Positionen zu finden sind. Hingegen brauchen einige Fragen noch genauere Erläuterung und Erörterung auf beiden Seiten und in der Gesamtgruppe. Bei einige Themen und Thesen bleiben allerdings bis auf Weiteres Unterschiede und Gegensätze bestehen; sie können in diesem informellen Dialog nicht vollständig aufgelöst werden und bedürfen weiterer Beratung in möglichen künftigen Gesprächsrunden.

Die Arbeitsgruppen wurden nun beauftragt, ihre Vorlagen zu überarbeiten und in den Austausch zu weiterer Besprechung zu geben. Zusätzlich sollen Textbausteine erstellt werden, die in den Abschlussbericht eingehen. Auf der Grundlage dieser Textbausteine wird dann ein erster Entwurf des Abschlussberichts verfasst werden. Mit dieser Aufgabe wurde Klän betraut. Darüber hinaus wurde es für hilfreich erachtet, dass eine Präambel die hermeneutischen Grundsätze und ihre Anwendung auf die jeweiligen Inhalte in diesem Dialog beschreibt, einschließlich einer genauen Beschreibung des konkordienlutherischen "Normengefüges" ("Schrift und Bekenntnis"), durch das die Lehre der Kirche bestimmt ist.

Das abschließende Treffen dieser Dialoggruppe ist für September 2019 entweder in St. Catharines (Kanada) oder in St. Louis (USA) geplant. Bei dieser Gelegenheit soll der Abschlussbericht verabschiedet werden. Er wird dann den Auftrag gebenden Institutionen, dem Exekutiv-Komitee des ILC und dem PCPCU, übergeben werden. Diese werden schließlich darüber zu befinden haben, ob die erzielten Ergebnisse hinreichen, um späterhin einen offiziellen Dialog zu beginnen.

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