Kirchenvorstehertag Hessen-Nord | 07.02.2019

Spannende Entdeckungen in der Bibel
SELK: Kirchenvorstehertag des Kirchenbezirks Hessen-Nord

Baunatal-Großenritte, 7.2.2019 - selk - Auf dem alljährlichen Kirchenvorstehertag des Kirchenbezirks Hessen-Nord der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) am vergangenen Samstag in den Räumen des Gertrudenstiftes in Baunatal-Großenritte, zu dem erstmals auch über die Kirchenvorstände hinaus alle interessierten Gemeindeglieder eingeladen waren, ging es in diesem Jahr darum, die "Arbeitsweise eines Theologieprofessors" etwas besser zu verstehen. Professor Dr. Achim Behrens von der Lutherischen Theologischen Hochschule der SELK in Oberursel nahm die Teilnehmenden mit in die Arbeit eines Exegeten, dem es um die richtige Auslegung und das Verstehen der Bibel geht. Behrens verdeutlichte die Arbeitsweise in der wissenschaftlichen Bibelauslegung anhand der Schöpfungserzählungen des Alten Testaments. In dem einleitenden Vortrag entwickelte der Referent zunächst den aktuellen Stand der Debatte um das Verhältnis zwischen christlichem Schöpfungsglauben und der Naturwissenschaft. Es scheine so, dass die wissenschaftliche Erklärung über die Entstehung der Welt und der christliche Glaube an Gott zu einem friedlichen Nebeneinander gefunden hätten. Die aktuelle Entwicklung zeige jedoch bis heute Bruchlinien auf. So gebe es auf der einen Seite ein Erstarken des sogenannten Kreationismus im Christentum, der die Position vertritt, dass die Schöpfung in buchstäblicher Weise so entstanden sei, wie es in der Bibel bezeuge. Auf der anderen Seite würden manche Evolutionsbiologen mit einem aufklärerischen Pathos auftreten und den Glauben an einen Schöpfergott als "Unmündigkeit" beurteilen. Beide Positionen bildeten Extreme ab, die ein Gespräch im Grunde erschwerten. Aber auch die Konzentration auf die Frage "Wie war es tatsächlich?" könne am Sinn des biblischen Redens von der Schöpfung und dem Schöpfer vorbeiführen.

Der Referent führte in einem weiteren Schritt seine Zuhörerinnen und Zuhörer in den aktuellen Stand der biblischen Forschung zum Thema ein und erläuterte, dass hinsichtlich der biblischen Schöpfungsgeschichte altorientalische Parallelen zu erkennen seien und dass es der Bibel schwerpunktmäßig um die Schöpfung des Menschen und seinem Bezug zu Gott gehe. Eine logische historische Verknüpfung der beiden Schöpfungsberichte in 1. Mose 1 und 2 sei von den Schreibern der Texte nicht intendiert. Behrens formulierte, dass die Texte keine Historie im modernen Sinne darbieten würden. Weiterhin betonte der Referent, dass Gott als Schöpfer wissenschaftlich weder "verifizierbar" noch "falsifizierbar" sei. Dass es einen Gott gebe, der alles geschaffen hat, sei ein Glaubenssatz.

In den daran anschließenden Arbeitsgruppen sollten die Teilnehmenden einige der Aussagen und Behauptungen des Referenten selbst anhand des Bibeltextes zur Schöpfung nachprüfen und interpretieren. So konnten sich die Anwesenden in einer eigenen kleinen "Werkstatt Exegese" ausprobieren und entdeckten im Dialog mit den anderen Teilnehmenden auch Neues in der Bibel. Die Rückmeldungen an diesem Tag waren sehr positiv.

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Ein Bericht von selk_news /
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