Konvent des Kirchenbezirks Hessen-Nord tagte | 14.02.2019

Veränderungen präventiv und zukunftsorientiert in den Blick nehmen
SELK: Konvent des Kirchenbezirks Hessen-Nord tagte

Marburg, 14.2.2019 - selk - In Marburg tagte in dieser Woche der Pfarrkonvent des Kirchenbezirks Hessen-Nord der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Die Konventualen hörten den Bericht von Propst Klaus-Peter Czwikla (Spiesen-Elversberg), der über die gesamtkirchliche Situation der SELK referierte. Er betonte, dass in Zukunft besondere Herausforderungen auf die Gemeinden und Pfarrer zukommen würden. So würden auf der einen Seite in den nächsten Jahren viele Pfarrer in den Ruhestand verabschiedet und auf der anderen Seite fehle der Nachwuchs unter den Geistlichen. Gemeinden müssten mit längeren Vakanzen rechnen. In Zukunft würden Pfarrer mehr Zeit als bisher für die "Versorgung" der Gemeinden benötigen, sodass über neue Strukturen und Versorgungsformen auf allen Ebenen nachgedacht werden müsse. Es müsse überlegt werden, wie junge Menschen für den Beruf des Pfarrers interessiert werden könnten. Der Propst stellte die Frage, was junge Menschen hindern könnte, Pfarrer zu werden, und ob Pfarrer gern für ihren eigenen Beruf "werben" würden. Außerdem sei zu fragen, ob die Kirche gegebenenfalls Pfarrstellen zur Bewerbung ausschreiben sollte.

Der leitende Geistliche der Region Süd überbrachte im Zusammenhang seines Berichtes dem Pfarrkonvent Grüße seitens der Kirchenleitung. Das leitende Gremium sei beeindruckt und dankbar, dass der Kirchenbezirk Hessen-Nord die letzten Jahre mit verschiedenen Krisen und personellen Engpässen bewältigt habe.

Der Konvent befasste sich mit der eigenen personellen Situation und personellen Veränderungen. Der bisherige stellvertretende Superintendent Konrad Rönnecke, (Homberg/Efze) wird bei der diesjährigen Kirchenbezirkssynode sein Amt niederlegen. Seine Mitarbeit war auf ein Jahr begrenzt. Als neuer stellvertretender Superintendent wurde Pfarrer Jörg Ackermann (Melsungen) nominiert. Strukturelle Veränderungen im Kirchenbezirk sind in einem guten Prozess, sodass eine weitere Pfarrstelle in den nächsten Jahren "eingespart" werden wird. Parallel dazu sind neue Arbeitsfelder in der Diakonie im Kirchenbezirk für die Pfarrer eröffnet worden. So begleiten die Pfarrer Michael Hüstebeck (Göttingen | zunächst bis Ende 2019), Axel Wittenberg (Kassel), Johannes Godduhn (Bad Emstal-Sand) und Jörg Ackermann (Melsungen) die diakonische Einrichtung des Evangelisch-Lutherischen Gertrudenstifts e.V. Baunatal seelsorglich. Der Kirchenbezirk und Pfarrkonvent sieht die diakonische Verantwortung und zugleich auch die zunehmende Arbeitsdichte in den Gemeinden mit weniger Pfarrern und Vertretungszeiten durch Vakanzen und Erkrankungen.

Der Konvent beschloss aufgrund dieser gravierenden Veränderungen und den damit verbundenen Prozessen, die gesteuert und reflektiert werden müssen, dass der Konvent in einer Klausurtagung mit externer Moderation die Veränderungen präventiv und zukunftsorientiert in den Blick nehmen möchte.

Weiterhin beschäftigte den Konvent die Frage nach einer angemessenen Erwachsenenbildung, die auf der Bezirksebene kaum realisiert werden kann. Der Konvent sprach sich dafür aus, erneut einen "Bezirkstag" zu veranstalten. Im Rückblick auf den sehr gut angenommenen Bezirkstag zum Reformationsjubiläum in Homberg/Efze soll über eine Fortsetzung nachgedacht werden.

Von den diakonischen Einrichtungen im Kirchenbezirk, dem Diakonissenwerk Korbach e.V. und dem Gertrudenstift, wurde kurz berichtet. Das Diakonissenwerk Korbach e.V. mit der dort angesiedelten Psychologischen Beratungsstelle plant die Beratungsarbeit durch eine Onlineberatung zu erweitern.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt ist regelmäßig die einmal jährlich stattfindende bezirkliche Konfirmandenfreizeit, die von allen Pfarrern gemeinsam getragen und durchgeführt wird. Ein Pfarrer formulierte dazu: "Es ist ,ein Schatz' im Kirchenbezirk, dass auf dieser Freizeit die Konfirmanden den eigenen und ebenso andere Pfarrer in einem anderen Kontext erleben können als in einer klassischen Unterrichtseinheit." Der Konvent war sich darin einig, dass nicht zuletzt der intensive Einsatz des JugendMitarbeiterGremiums (JuMiG) Hessen-Nord zum Gelingen der Freizeit beitrage. Die Jugendlichen des JuMiG nehmen sich eine Auszeit oder Urlaub, um auf der Freizeit, thematisch, musikalisch und im Freizeitbereich wichtige Bereiche zu gestalten. So entstehen erste Kontakte zwischen Konfirmanden und Jugendlichen, was für die spätere Jugendarbeit und ihre Freizeiten von besonderer Bedeutung ist.

Der Konvent schloss mit weiteren Planungen für den Kirchenbezirk und befasste sich mit der in diesem Jahr stattfindenden Kirchensynode im eigenen Kirchenbezirk in Bad Emstal-Balhorn. So wurden mehrere Gemeindeglieder der SELK als Kirchenrätinnen und Kirchenräte vorgeschlagen, die auf der Kirchenbezirkssynode zu nominieren sind.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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