SELK-Bischof bei Bekenntnisgemeinschaft Sachsens | 04.03.2019

Bischof der SELK ruft zur Neubelebung der Beichte auf
Jahrestagung der Lutherischen Bekenntnisgemeinschaft Sachsens

Moritzburg, 4.3.2019 - idea/selk - Zu einer Neubelebung des Beichtsakramentes in den Kirchen hat der Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), aufgerufen. "Es ist sehr merkwürdig und traurig, dass wir gerade in der lutherischen Kirche die Beichte zu verlieren scheinen", sagte er auf der Jahrestagung der Evangelisch-Lutherischen Bekenntnisgemeinschaft Sachsens am 1. März in Moritzburg bei Dresden. Voigt sprach dort zum Thema "Lutherische Kirche, worauf es heute ankommt". Seinen Ausführungen zufolge ist die Beichte als Absolution und Vergebungszuspruch "doch das Ereignis der Rechtfertigung schlechthin". Zwar sei die Vergebungsbitte, wie sie beispielsweise das Vaterunser formuliere, nicht gegen die Beichte zu stellen, aber "die Absolution bedeutet ein von Christus selbst gestiftetes höheres Maß an Vergewisserung, nämlich einen Freispruch vor dem Richterstuhl Gottes", so der Bischof. In den Gemeinden der SELK werde die gemeinsame Beichte darum nach wie vor regelmäßig praktiziert, so etwa vor oder zu Beginn des sonntäglichen Gottesdienstes.

Die Evangelisch-Lutherische Bekenntnisgemeinschaft Sachsens ist aus der "Bekennenden Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens" hervorgegangen. Sie versteht sich selbst als "freie, unabhängige Gemeinschaft bekennender Christen" innerhalb der Landeskirche und Kirchengemeinden. Wie ihr Vorsitzender, Pfarrer Karsten Klipphahn (Altensalz/Vogtland), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, gehört zu ihren Anliegen unter anderem eine Stärkung der Ehe von Mann und Frau sowie der Familie "als gute Schöpfungsordnung Gottes". Eine Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den Kirchen lehne die Bewegung darum ab. Weiterhin wende sie sich gegen alle "Umdeutungen" der biblischen und apostolischen Bekenntnisse, so etwa in Fragen des Sühnetodes und der leibhaftigen Auferstehung Jesu. Die Bekenntnisgemeinschaft setze sich ferner ein für das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum Sterbeprozess. Zur Gemeinschaft gehören aktuell rund 60 Mitglieder sowie ein Freundeskreis von etwa 600 Personen.

Bischof Voigt erklärte gegenüber selk_news, dass ihn die Geschichte des geistlichen Widerstandes in Sachsen in der Zeit der Nazidiktatur und die heutige geistliche Vitalität des bekenntnisgebundenen Luthertums in Sachsen beeindrucke.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
Quelle: Evangelische Nachrichtenagentur idea (2.3.2019)
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