Caspar David Friedrichs lutherische Wurzeln | 08.03.2019

Caspar David Friedrichs lutherische Wurzeln
SELK: Christian Neddens referierte in München

München, 8.3.2019 - selk - Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München hatte eine Vortragsreihe "Neue Forschungen zur Malerei der deutschen Romantik" aufgelegt und dazu den Kunsthistoriker Dr. Christian Scholl und den Theologen Dr. Christian Neddens eingeladen. Scholl ist Privatdozent für Kunstgeschichte und lehrt an der Universität Hildesheim, Neddens ist Professor für Systematische Theologie an der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Beide haben sich intensiv mit den geistes-, theologie- und kunstgeschichtlichen Hintergründen der Frühromantik befasst.

Am Aschermittwoch sprach Neddens nun unter dem Titel "Neubestimmte Wirklichkeit" über die lutherischen Wurzeln bei Caspar David Friedrich. Diese hätten nicht nur Friedrichs Religion, sondern auch seine Kunstauffassung geprägt. Neddens machte dazu bisher unbekannte Quellen der Bildfindungen Friedrichs zugänglich und zeigte auf, wie stark Friedrichs Wirklichkeitsverständnis vom Glauben an die Gegenwart Christi bestimmt war. Eine Ästhetik der Realpräsenz verbinde sich hier charakteristisch mit einer Ästhetik des Kreuzes. Daraus erwachse eine Dialektik von Bestimmtheit und Offenheit im Erkennen, von Gewissheit und Verborgenheit der Glaubensgegenstände im weltlichen Leben. Wer dieses Mit- und Gegeneinander - in theologischer Sprache: von "Gesetz und Evangelium" - nicht wahrnehme, auf den wirke Friedrichs Kunst heute lediglich sinnoffen. Doch das wäre nur die eine Seite der Medaille.

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