Synode Süddeutschland tagte | 21.04.2016

Die Kirche der Zukunft neu denken
SELK: Synode Süddeutschland in München

München, 21.4.2016 - selk - Um die ersten Ergebnisse der "Zukunftswerkstatt" sollte es schwerpunktmäßig auf der Synode des Kirchenbezirks Süddeutschland der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) am vergangenen Wochenende in München gehen. Sie begann am frühen Freitagnachmittag mit einem Hauptgottesdienst, in dem Pfarrer Stefan Förster (Heidelberg) in seiner Predigt dazu ermutigte, die Kirche der Zukunft neu zu denken und sich nicht an die Formen der Vergangenheit zu klammern und an das, worin man sich bequem eingerichtet habe. Denn, so auch die Botschaft aus der "Zukunftswerkstatt" des Kirchenbezirks, die Dörte Pape (Kusterdingen) vorstellte: Es wird in der SELK in den nächsten zehn Jahren einen kontinuierlichen Rückgang bei den zur Verfügung stehenden Pfarrern geben (um möglicherweise bis zu 30 Prozent bei derzeit schon 13 bestehenden Vakanzen).

Pape berichtete von einer Befragung aller Pfarrämter im Kirchenbezirk, die am Anfang der Arbeit gestanden und zu einer Bestandsaufnahme geführt habe.

Darin sei es um die Arbeitsbelastung des jeweiligen Pfarrers, um die Gebäude der Gemeinde und deren Zustand und weitere Faktoren gegangen. Eine Geoanalyse habe gezeigt, wie verstreut die Gemeindeglieder wohnten und welche Wege - einschließlich Zeiten und Kosten - dadurch sowohl den Pfarrern als auch den Gemeindegliedern entstünden. Ausbaufähig - so eines der Ergebnisse - sei die Öffentlichkeitsarbeit insbesondere im Bereich der neuen digitalen Medien. Eine Frage habe auf die Verbesserung der Einnahmen durch die Kirchbeiträge der Gemeindeglieder gezielt, von denen bezirksweit etwa 30 Prozent zu den Beitragsrestanten zu rechnen seien, eine andere auf Möglichkeiten zur Einsparung, wobei die Effekte durchaus sehr begrenzt bleiben dürften. Wo es Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Gemeinden gebe, gelte es zu entdecken, wie sie derzeit schon praktiziert würden in den vierteljährlich stattfindenden überregionalen Seniorentreffen. Ließe sich dieses Modell auch auf die Bereiche Konfirmanden- und Jugendarbeit oder auf die Chorarbeit übertragen?

Ein rund zweistündiger Austausch im Schreibgespräch an sechs Tischgruppen förderte eine Fülle von Anregungen und Ideen zu unterschiedlichsten Themenfeldern zutage, etwa zu den Fragen, wie das Reformationsjubiläum 2017 für die Gemeinden zu nutzen und zu gestalten sei oder wie es gelingen könne, eine stärkere Identifikation mit der Kirche und dem ihr gegebenen Auftrag in der Mission Gottes zu erreichen. Die Anregungen werden in der nächsten "Zukunftswerkstatt" am 30. April gesichtet und gewichtet und dann den Gemeinden zur Weiterarbeit zur Verfügung gestellt werden.

Zu wählen war der Propst für die Wahlregion Süd. Mit Pfarrer Klaus-Peter Czwikla (Spiesen-Elversberg) stand nur ein Kandidat zur Wahl, der von den drei zeitgleich tagenden Bezirkssynoden der Wahlregion simultan gewählt wurde. Die Wahl einschließlich einer Amtszeitbegrenzung bis Ende 2020 fand die erforderliche Mehrheit.

Aus seinem Amt verabschiedet wurde der langjährige Bezirksrendant Gerhard Werner (Ottweiler), nachdem ihm für den Haushaltsabschluss 2015 Entlastung erteilt worden war. Zu seinem Nachfolger gewählt und in sein Amt eingeführt wurde Matthias Hildebrandt (Petersaurach). Der Haushaltsplan für 2016 wurde zustimmend zur Kenntnis genommen.

Eine Fülle von Berichten war den Synodalen vorab schriftlich zugesandt worden, gehört wurden darum nur noch der des Propstes, der der Vertreter der Diakonie und der Mission sowie der Bericht des Superintendenten Scott Morrison (Kaiserslautern) über ein erstes Gespräch mit den Gemeinden des Saarlandes über die Zusammenlegung von Pfarrstellen und Chancen einer Regionalisierung.

Die Synode konnte am frühen Samstagnachmittag pünktlich mit dem Reisesegen beendet werden.

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