Ostern

„Bäumchen, wechsle dich…“
Impuls: Vom Christbaum zum Osterkreuz

Ostern

In der Heilig-Geist-Gemeinde Görlitz lohnt sich die jährliche Anschaffung des Kirchenchristbaums wirklich! Finanziell, aber auch geistlich.

Der Baum, oder doch jedenfalls ein entscheidender Teil davon, steht nicht nur bis zum Tag der Darstellung des Herrn am 2. Februar (Mariä Lichtmeß)Ostern als festlich geschmückter Christbaum in der Kirche, sondern auch danach noch bis zum Sonntag Rogate, also dem 5. Sonntag nach dem Osterfest. „Gefühlt“ ist das ein halbes Jahr.

Eine skurrile Form von Sparsamkeit?
Nein, der Grund dafür nennt sich „lebendige Verkündigungs-Symbolik“ und hat folgenden Inhalt:

Wenn es auch zur Entstehung der Sitte, zu Weihnachten geschmückte Tannen aufzustellen, unterschiedliche Erklärungsversuche gibt, so ist doch ein ganz hübscher davon dieser: Im Mittelalter wurden Mysterienspiele über den Sündenfall aufgeführt. Der Paradiesbaum wurde dabei durch eine Tanne dargestellt wurde, an die man Äpfel, die „verbotenen Früchte“, hängte.

Das Große Dankgebet der Abendmahlsfeier (Präfation) am Sonntag Judica erläutert das Weitere:
„Durch Christus hast du das Heil des menschlichen Geschlechtes vollbracht am Stamme des Kreuzes / und wie der Tod durch Adams Ungehorsam am Baum des Paradieses den Anfang genommen / so ist am Holz des Fluches das Leben wieder entsprossen durch deines Sohnes Gehorsam.“

OsternDie „Görlitzer Verkündigungs-Symbolik“ nimmt das auf: Aus dem Stamm des Paradiesbaumes wird nach dem 2. Februar ein schlichtes, kahles Passions- oder Fastenkreuz, das „Holz des Fluches“.

Aber dabei bleibt es nicht. Denn unsere Schuld, die Jesus Christus durch seinen Tod am Holz des Fluches, am Kreuz auf sich nahm, erweist sich für uns Menschen, wie es im Lobpreis der Osternacht, dem Exsultet heißt, als „glückselige Schuld, die eines solchen Retters gewürdigt ward“. Und so verwandelt sich in der Osternacht das Passionskreuz, das Holz, das zuvor den Paradiesbaum darstellte, in das Zeichen des Lebens.

Mit Blumen geschmückt verkündigt es: Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! OsternOder mit Worten des Exsultet: „Er hat Adams Schuld bei dem himmlischen Vater für uns bezahl und den Schuldbrief getilgt mit seinem heiligen Blut, aus Liebe vergossen. Dies ist das Fest der Ostern…“

Unser Fastenkreuz ist wie eine gegenständliche Predigt dazu: Eine der Erklärungen für die Sitte, Weihnachtsbäume aufzustellen, ist, dass im Mittelalter Mysterienspiele über den Sündenfall aufgeführt wurden und der Paradiesbaum dabei durch eine Tanne dargestellt wurde, an die man Äpfel, die verbotenen Früchte, hängte. Dieser Baum des Paradieses wird dann in einen Zusammenhang mit dem Baum des Kreuzes gebracht. Christus ist der neue Adam, der durch seinen Gehorsam bis zum Tod am Baum des Kreuzes, den Ungehorsam der Menschheit Gott gegenüber gesühnt und gut gemacht hat.

Am Sonntag Judika beten wir eine besondere Präfation, ein besonderes Dankgebet bei der Sakramentsfeier, in der diese Symbolik unseres Fastenkreuzes zum Ausdruck kommt:

„Durch Christus hast du das Heil des menschlichen Geschlechtes vollbracht am Stamme des Kreuzes / und wie der Tod durch Adams Ungehorsam am Baum des Paradieses den Anfang genommen / so ist am Holz des Fluches das Leben wieder entsprossen durch deines Sohnes Gehorsam.“

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