Neues Lektionar in Gebrauch genommen


In den Gottesdiensten zu Ostern ist in vielen Gemeinden das neue Lektionar der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), das die gottesdienstlichen Lesungen für die einzelnen Sonn- und Festtage enthält, in den gottesdienstlichen Gebrauch genommen worden. Dies geschah auch – und dort zugleich für die Gesamtkirche – im Festgottesdienst der Gemeinde Dreihausen, den Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) leitete, der auch die Einführung vornahm. In dem im Freimund-Verlag (Neuendettelsau) erschienenen Lektionar sind nun die kirchlichen Entscheidungen der SELK zur neuen gottesdienstlichen Leseordnung (https://selk.de/index.php/lesungen) umgesetzt worden. selk.de stellt die Veröffentlichung näher vor.

Lektionar

Wer das neue Lektionar aufschlägt, stellt fest, dass es sich in der Optik am bisher in der SELK gebräuchlichen Lektionar der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche (VELKD) orientiert. Vieles bleibt also vertraut. Im Volltext abgedruckt sind der Spruch der Woche beziehungsweise des Tages, die Alttestamentliche Lesung, die Epistellesung und die Evangelienlesung sowie – soweit vorgesehen – der Hallelujavers. Die Texte werden im Regelfall nach der revidierten Lutherübersetzung aus dem Jahr 2017 wiedergegeben, gelegentlich nach der Revision aus dem Jahr 1984. Darüber hinaus enthält das neue Lektionar Hinweise zu möglichen Predigttexten.

Beim Abdruck der Lesungen fällt auf, dass sie nicht mehr im Blocksatz wiedergegeben sind, sondern in sogenannten Sinnzeilen. Dabei bietet das neue Lektionar der SELK gegenüber dem neuen Lektionar aus dem Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) noch einmal ein vereinfachtes Sinnzeilen-Modell.

Lektionar

Bei den nicht eingerückten Zeilen (im Bild grün markiert) beginnt jeweils ein Sinnabschnitt. Die eingerückten Zeilen (im Bild blau markiert) gehören jeweils zu dem so begonnenen Sinnabschnitt. Für das Lesen bedeutet das: Ein solcher Sinnabschnitt sollte möglichst zusammenhängend gelesen werden kann, bevor mit der nächsten nicht eingerückten Zeile ein neuer Sinnabschnitt beginnt.

Größere Abschnitte werden durch einen senkrechten roten Strich markiert.

Lektionar

Hier kann der Lektor oder die Lektorin eine kurze Pause einlegen.

Am Schluss der Angaben zu jedem Sonn-/Festtag finden sich Informationen zu möglichen Predigttexten und weiteren Texten, die diesem Sonntag zugeordnet sind. Dabei handelt es sich einmal um die sechs Predigtreihen (I-VI), die im Bereich der EKD in Geltung stehen und an denen sich die Gemeinden der SELK üblicherweise orientieren.

Daneben finden sich auch Informationen zu den Evangeliumslesungen aus den drei Lesereihen, wie sie zum Beispiel in der nordamerikanischen Lutheran Church–Missouri Synod, der größten Schwesterkirche in Geltung stehen. Denkbar wäre damit zum Beispiel, dass Prediger für ein Kirchenjahr einmal die Predigten an einer dieser Lesereihen ausrichten und damit einem Evangelisten durch sein Evangelium folgen. Da ein solches Lesungsmodell mit drei Lesereihen auch in der römisch-katholischen Kirche in Geltung steht, ergeben sich hier nicht nur innerlutherische, sondern auch ökumenische Verbindungslinien.

Abgeschlossen werden die Angaben der Predigttexte mit Bibelstellen, die das neue Lektionar im Raum der EKD dem entsprechenden Sonn-/Feiertag zuordnet.

Lektionar

Weiterhin sind im Lektionar die Passions- und Ostererzählungen nach den vier Evangelien enthalten. Abgeschlossen wird es durch ein umfangreiches Bibelstellenregister.

Das Lektionar ist im Freimund-Verlag Neuendettelsau erschienen und lässt sich im Buchhandel oder direkt über https://webshop.freimund-verlag.de/produkt/lektionar zum Preis von 47,50 Euro bestellen.

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