Leser-Umfrage zum Thema „Predigt“


Ergebnisse liegen vor




Für die Maiausgabe des Kirchenblattes „Lutherischen Kirche“ der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) hatte sich die Redaktion vorgenommen, sich ausführlich mit dem Thema „Predigt“ zu beschäftigen. Bei den Vorbereitungen dafür kam die Redaktion zu der Überzeugung, dass ein solches Unterfangen nur dann komplett wäre, wenn auch die Predigthörer zu Wort kommen. Deshalb wurde in der Märzausgabe ein Fragebogen für eine anonyme Leserumfrage veröffentlicht. Bis zum 31.03.2019 konnten die Leser ihre Antworten einsenden.


Die Resonanz war überwältigend: 115 Rückmeldungen gab es! Dieses Engagement zeigt zwei wichtige Dinge auf: Zum einen liegt den Menschen in den Gemeinden das Thema Predigt am Herzen. Und zum anderen fühlen sich die Leser von „Lutherische Kirche“ angesprochen und mitgenommen. „Beides ist wunderbar“, erklärt Redaktionsmitglied Juliane Moghimi (Hannover), die für die Auswertung verantwortlich zeichnet: „Auch an dieser Stelle deshalb nochmals 1000 Dank an alle, die sich die Mühe gemacht und uns ihre Antworten zugeschickt haben.“


„Der Prediger hat keine theologische Vorlesung gehalten …“
Die Ergebnisse der großen Leser-Umfrage zum Thema Predigt




Die mit großem Abstand aktivste Gruppe waren die Senioren: 50 der 115 Teilnehmer sind über 70 Jahre alt. Auf dem zweiten Platz liegen die Leser zwischen 60 und 70 Jahren mit 26 Rückmeldungen.





Es haben etwas mehr Frauen als Männer teilgenommen: Das Verhältnis betrug 65 zu 50. Das trifft in etwa auch auf die einzelnen Altersklassen zu, nur bei den unter-30-Jährigen waren jeweils genau die Hälfte Männer und Frauen.





Gute Nachrichten für die Pastoren: Allen Teilnehmern ist die Predigt „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“.





Auch was die Predigtlänge angeht, sind Sie sich im Großen und Ganzen einig: 15 bis 30 Minuten sind ideal. Knapp ein Drittel von Ihnen könnten aber auch mit einer Predigt von 15 Minuten oder weniger gut leben.





Hinweise für das eigene Leben bekommen – das ist Ihnen am allerwichtigsten in der Predigt. Mehr als ein Drittel haben dies angegeben. Ebenfalls von Bedeutung sind Bezüge zu aktuellem Geschehen und historische Erläuterungen. Diejenigen, die sonstige Wunschinhalte angegeben haben, nannten vor allem: Zuspruch und Trost erhalten, Freude und Gottes Liebe spüren.





Niemand ist perfekt. Bis auf einen einzigen Teilnehmer passiert es jedem mitunter, dass er während der Predigt nicht mehr zuhört – dem einen mehr, dem anderen weniger. Aber immerhin drei von fünf Predigthörern schweifen (eher selten) mit den Gedanken ab.





Und wenn es passiert, dann hängen Sie allermeistens eigenen Gedanken nach. Mitunter auch, weil etwas in der Predigt sie dorthin geführt hat. Etwas mehr als jeder Sechste findet allerdings zuweilen auch die Predigt einfach zu lang oder fühlt sich vom Thema nicht angesprochen.





Auch das wird die Pastoren freuen: Vier von fünf Predigthörern können sich noch an mindestens eine Predigt erinnern, die sie in ihrem Leben gehört haben. Das trifft übrigens auch auf diejenigen zu, die von sich sagen, dass sie eher oft nicht ganz bei der Sache sind. Die Gründe, die Sie uns genannt haben, sind vielfältig. Vor allem aber haben sich Predigten eingeprägt, die Sie in einer bestimmten Lebenssituation persönlich betroffen oder besonders angerührt haben. Auch Anschaulichkeit und die Qualität des Vortrags spielen eine große Rolle. Manchen ist in dieser für sie besonderen Predigt plötzlich etwas klar geworden, was sie vorher nicht verstanden hatten. Manchmal spielten besondere Gegenstände eine Rolle. Manche haben von Konfliktsituationen in der Kirche oder Gemeinde berichtet, die von der Kanzel aus behandelt wurden. Und schließlich erinnern sich einige von Ihnen an Predigten zu bestimmten Lebensanlässen wie die eigene Trauung, die Konfirmation oder die Beerdigung eines geliebten Menschen.





Gäste sind den meisten von Ihnen auch auf der Kanzel willkommen: Vier von fünf Teilnehmern haben uns zurückgemeldet, dass sie dem offen gegenüberstehen. Die größte Zustimmung gab es bei den unter-30-Jährigen, wo fast 90 Prozent vorbehaltslos Ja gesagt haben. Bei den 40- bis 50-Jährigen herrschte die größte Skepsis: Hier haben mehr als 60 Prozent angegeben, dass sie es eher nicht mögen, wenn nicht ihr eigener Pastor predigt.



Fazit: Die ideale Predigt …

… ist kürzer als 30 Minuten.
… gibt den Zuhörern etwas für ihr eigenes Leben/ihren Alltag mit.
… vermittelt historisches Wissen.
… stellt Bezüge zu aktuellem Geschehen her.
… holt, wenn möglich, die Menschen persönlich ab.
… wird anschaulich und rhetorisch geschickt vorgetragen.
… darf auch gern von einem Gast gehalten werden.

 

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