Luther-Apfelbaum in Döbbrick | 26.10.2017

Luthers Überzeugungen neue Früchte tragen lassen
SELK-Gemeinde Döbbrick pflanzt Luther-Apfelbäumchen

Cottbus, 26.10.2017 - selk - Rechtzeitig vor dem Reformationsfest hat die Petrusgemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Cottbus-Döbbrick ihren Apfelbaum in Wittenberg entgegengenommen.

Was hat es mit diesen Apfelbäumen im Zusammenhang mit Luther auf sich? Martin Luther wird zitiert mit den Worten: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen". Daraus entwickelte sich die Idee, zum Reformationsjubiläum eine alte Apfelsorte zu rekultivieren, die schon im 12. Jahrhundert in Deutschland verbreitet war, also wahrscheinlich auch auf Martin Luthers Speiseplan stand. Die Barnimer Baumschulen Biesenthal, wo unter anderen auch 40 geistig behinderte und psychisch erkrankte Menschen arbeiten, konnte diese Idee realisieren. Die von den subskribierenden Kirchengemeinden pro Baum zu bezahlenden 500 Euro kommen dieser Einrichtung zugute. Seit 2012 wurden die alten neuen Apfelbäume veredelt und aufgezogen, 2013 wurde die neue Sorte mit dem Namen "Martin Luther" vom Bundessortenamt anerkannt und zur Bestellung für das Lutherjahr freigegeben.

Eine gemeinsame Tagesfahrt mit den evangelischen Nachbargemeinden aus Kolkwitz und Sielow/Dissen im bis auf den letzten Platz besetzten Reisebus brachte am vergangenen Samstag die Gemeindeglieder zu einem abwechslungsreichen und interessanten Besuch in die Lutherstadt Wittenberg. Auf dem Programm standen neben der feierlichen Veranstaltung zur Übergabe der Apfelbäume das Panorama-Museum, wo ein vom Künstler Yadegar Asisi geschaffenes 360°-Rundum-Kunstwerk zum Wirken Martin Luthers bewundert werden kann, und der Besuch des Lutherhauses, in dem der Reformator 35 Jahre lang lebte und arbeitete. Aus ganz Deutschland waren Vertreter von Kirchengemeinden gekommen, um die Lutherbäumchen in Empfang zu nehmen.

"500 Jahre nach dem Reformationsbeginn sollen 95 Apfelbäumchen an Martin Luther und seine 95 Thesen wider den Missbrauch des Ablasses erinnern, seine Überzeugungen in der Gegenwart verwurzeln und neue Früchte tragen lassen." Mit diesem Grundgedanken kommentierte Dr. Peter Luther, ein Nachfahre des ehemaligen Mönchs, die Aktion. Die Döbbricker Petrusgemeinde hat für sich Luthers These 16 ausgewählt: "Hölle, Fegefeuer, Himmel scheinen sich so zu unterscheiden wie Verzweiflung, Fast-Verzweiflung, Gewissheit." Im Rahmen des Gottesdienstes (11 Uhr) am 29. Oktober wird das Apfelbäumchen an seinem neuen Standort an der Petruskirche eingepflanzt, um dort hoffentlich bald leckere Früchte zu tragen.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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