Angedacht!
„Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“
2. Korinther 4,6
Liebe Leserinnen und Leser,
ein diesem Wort der Heiligen Schrift kommen alle Worte vor, die am letzten Sonntag nach Epiphanias, an dem es im Evangelium um die „Verklärung Christi“ geht, wichtig sind. Es geht um Licht. Auf dem Berg der Verklärung sehen drei Jünger Jesu, wie er vor ihren Augen ganz klar, hell und leuchtend wird. Sie schauen die Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Gleichzeitig hören sie auch Gottes Stimme, der sagt: „Das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören.“ Erleuchtung entsteht durch das Wort Gottes. Die ganze Bibel bezeugt uns Gott als den, der redet. Schon die Schöpfung, der Uranfang, geschieht dadurch, dass Gott spricht und sein erstes Werk ist die Erschaffung des Lichtes, indem das Licht von der Finsternis scheidet.
Wir hören in diesem Bibelwort, was das mit uns zu tun hat. Was hätte die Erschaffung des Lichtes und die Offenbarung der Herrlichkeit Jesu bei der Verklärung mit uns zu tun, wenn Gott nicht auch unsere Herzen erleuchten, also hell und licht machen würde, damit wir Jesus als den Sohn Gottes erkennen können?
Dieser helle Schein in unseren Herzen macht mich nachdenklich. Mit diesem Sonntag endet die Weihnachtszeit im weiteren Sinne, genau genommen endet sie liturgisch am 40. Tag nach Weihnachten am 2. Februar. War es das nun mit dem Licht? Die Sterne und Kerzen werden weggepackt, die Tage werden zögerlich etwas länger und in unseren Herzen herrscht die gleiche Finsternis wie vor dem Fest, das gefühlt schon lange vorbei ist.
Bekanntlich ist es ja besser, ein kleines Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu jammern. Oft gelingt uns aber nicht mal das. Gott weiß das. Er weiß, dass wir kein Licht machen können. Unsere innere Dunkelheit ist zu stark. Sie hat verschiedene Namen: Zweifel, Verzweiflung, Schmerz, Traurigkeit, Hilflosigkeit, Unglaube. Die Erleuchtung muss von außen kommen und sie kommt. Sie kommt von Gott, der sein Wort in die Dunkelheit spricht.
Achten Sie doch an diesem Sonntag mal genau darauf, wie Gott Ihr Herz hell macht. Wo erkennen und begegnen Sie Christus? Auf welche Weise kämpft Gottes Licht heute gegen den Nebel und die dunkle Kälte in Ihrem Herzen? Das Licht ist da, ganz sicher.
Ihre Andrea Grünhagen