2. Luthernacht in Brunsbrock | 01.11.2017

Kinder begegnen dem Reformator
SELK: 2. Luthernacht in Brunsbrock

Kirchlinteln-Brunsbrock, 1.11.2017 - selk- "Gibt es das gleiche Programm wie im letzten Jahr?", fragten einige Kinder bei der Anmeldung zur Luthernacht der St. Matthäus-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Brunsbrock. Das konnte Ortspastor Andreas Otto klar verneinen. Nachdem 2016 die Luthernacht mit Übernachtung im Gemeindehaus und abschließendem Familiengottesdienst am Sonntagmorgen gut angenommen worden war und etliche Gemeinden sich nach der Idee und dem Programm erkundigt hatten, wurde das Konzept im Jahr des Reformationsgedenkens am 28. und 29. Oktober folgerichtig wiederholt.

Während es 2016 um das sogenannte "Turmerlebnis" und die Wiederentdeckung des Evangeliums gegangen war, setzte man in 2017 genau da an, wo man zuletzt aufgehört hatte: beim Thesenanschlag.

Nach einigen Liedern und der Begrüßung durch Otto, empfing Dr. Johannes Eck die 23 Kinder (davon sieben Kinder aus der eigenen Gemeinde) wutentbrannt vor der Brunsbrocker Kirchentür, an der die 95 Thesen angebracht waren. Er gab ihnen einen Brief mit päpstlichem Siegel an Dr. Martin Luther mit, der sich mittlerweile in der Kirche eingefunden hatte. Freudestrahlend öffnete Luther den Brief und musste feststellen, dass der Inhalt keineswegs erfreulich war, weil der Papst Luther als Ketzer betrachtete und seine Bücher verbrennen lassen wollte, worauf Luther den Brief des Papstes seinerseits in der Kirche verbrannte.

Nach dem Abendessen im Gemeindehaus trafen die Kinder Martin Luther anschließend wieder in der Kirche an. Dieser war nun nicht mehr wütend, sondern traurig und verzweifelt, weil er eine Vorladung zum Reichstag nach Worms erhalten hatte. Er las daraufhin in der Bibel die Geschichte von den drei Männern im Feuerofen (Daniel, Kapitel 3), die an Gott festhielten, sich irdischen Machthabern nicht beugten und beschützt worden waren, was dem Reformator Mut und Vertrauen schenkte.

Daran schlossen sich im Gemeindehaus etliche Aktionen an, bei denen die Lutherrose auf eine große Plakatwand für den Familiengottesdienst gestaltet, Fragebögen gelöst, Lutherlaternen gebastelt und etliche Spiele zum Thema gespielt wurden. Unter anderem wurden dabei auch die "5 Solas" mit Hilfe der kürzlich im Bereich der SELK erschienenen Lutherrose Gesangbuch- und Bibelversen zugeordnet.

Der Abend schloss höchst dramatisch: Nachdem Luther auf dem Reichstag zu Worms für vogelfrei erklärt worden war, entschwand er in die Nacht. Die Kinder suchten ihn auf der Nachtwanderung mit Fackeln und Laternen und trafen ihn bei Wind und Regen auch endlich an. Allerdings wurde er daraufhin von Unbekannten überfallen und nicht mehr gesehen.

Nach einigen Liedern und Luthers Abendsegen gingen die Kinder ins Bett.

Am nächsten Morgen trafen die Kinder und Gottesdienstbesucher den Reformator in der Kirche wieder an. Es stellte sich heraus, dass er im Auftrag des Kurfürsten gekidnappt und auf die Wartburg in Sicherheit gebracht worden war. Hier war ihm mittlerweile ein Bart gewachsen und er übersetzte das Neue Testament. Im Gespräch mit Ritter Roland versuchte Luther deutlich zu machen, welch ein Schatz die Bibel ist, durch die Gott zu jedem Menschen reden wolle. In der Predigt ging Pastor Otto auf die von den Kindern gestaltete Lutherrose ein und zeigte auf, wie sich Luthers Theologie darin veranschaulicht: Von Christus, der sein Leben für die Menschen lässt (als dem Zentrum) bis hin zur himmlischen Freude, an der Gott den Sünder teilhaben lassen will.

Die Kinder gestalteten den Gottesdienst durch Gebete und Lieder wie zum Beispiel "Nun freut euch, lieben Christen gmein" und das umgedichtete "Go down, Martin" mit.

Sehr dankbar zeigte sich Pastor Otto für Gottes Segen an diesem Wochenende. Ein besonderer Dank gelte auch den sechs Mitarbeitern, ohne die die Luthernacht nicht möglich gewesen wäre.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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