Verden: Woche gegen Hass, Anfeindung und Diskriminierung | 02.10.2018

Alle Menschen sind gleich. gültig? würdig!
SELK in Verden: Woche gegen Hass, Anfeindung und Diskriminierung

Verden, 2.10.2018 - selk- "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - so steht es im deutschen Grundgesetz. Jesus Christus hat Nächstenliebe gelehrt.

Realität in Deutschland im Sommer 2018: Chemnitz: Hitlergrüße, Naziparolen und Angriffe auf Ausländer. In Europa konnten sich radikal rechte Parteien und Bewegungen in den letzten Jahren in zahlreichen Ländern etablieren. Elmar Theveßen, stellvertretender ZDF-Chefredakteur schreibt von dem "Rechtspopulismus, der vorgibt, nah am Volk zu sein, und doch in Wahrheit von Personen angetrieben wird, die nur sich selbst am nächsten sind. Denn ihre Ideologie spricht allen, die anders denken, ja anders sind, jede Legitimation ab. Sie schüren Ängste und Hass, und ihren oftmals hetzerischen Worten folgen - unterstützt von Parteien, die sich dazu getrieben fühlen - mancherorts auch Taten, die an düsterste Zeiten erinnern."

In der Woche vom 22. bis zum 27. Oktober veranstaltet die Zionsgemeinde Verden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) eine Themenwoche unter dem Motto "Alle Menschen sind gleich. gültig? würdig!".

Wie weit sind Hass, Anfeindungen und Diskriminierung in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wo finden Menschenrechtsverletzungen statt und vor welche Aufgabe sind Mitmenschen im Hinblick auf diese Verletzungen und das Gebot der Nächstenliebe gestellt? Zu diesen Themen hat die Gemeinde Fachleute eingeladen:

Am Montag, 22. Oktober, werden Referenten vom "Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie und Zivilcourage" (WABE) aufklären über rechte und gewaltsame Strömungen in Verden. Dabei soll es auch um gefühlte und echte Sicherheit gehen. WABE ist ein interkommunales Netzwerk der Landkreise und Städte Nienburg und Verden, um zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus in der Region zu stärken.

Pfarrer i.R. Hartmut Bartmuß und Politik-Student Bernhard Daniel Schütze, beide aus der SELK, halten am Mittwoch, 24. Oktober, einen Dialog zum Thema "Menschenrechte schützen - Nächstenliebe leben". Was beinhalten die oft zitierten "Menschenrechte" eigentlich? Was haben Menschenrechte mit dem Gebot der Nächstenliebe zu tun? Welche Verantwortung erwächst daraus? Schütze war Jugendvertreter in einem Jugendmitarbeitergremium und in der Jugendkammer der SELK. Er engagiert sich in der Initiative Europa Union Hochtaunus e.V.; Bartmuß ist Mitglied der Initiative Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus in der Hannoverschen Landeskirche.

Am Donnerstag, 25. Oktober, wird die Journalistin und Diplom-Politologin Andrea Röpke im Gemeindezentrum zu Gast sein und das "Jahrbuch Rechte Gewalt" vorstellen. Röpke schreibt und recherchiert seit Anfang der 1990er Jahre über Rechtsextremismus; ihre Reportagen erscheinen beispielsweise im Fernsehen bei Panorama oder Fakt oder in der Süddeutschen Zeitung, dem Focus oder dem Stern. Ihr "Jahrbuch Rechte Gewalt" ist die umfassende Chronik aller Gewaltverbrechen mit rechtsradikalem Hintergrund. Weiterhin enthält es Hintergrundberichte und Analysen zu Vorgehensweisen, Tätergruppen, lokalen Schwerpunkten und Tendenzen.

Die Themenabende beginnen jeweils um 19 Uhr.

Für junge Erwachsene und Jugendliche werden in Kooperation mit WABE am Samstag, 27. Oktober, ab 10.30 Uhr in zwei Gruppen in den Altersstufen von 14 bis 17 Jahren und von 18 bis 25 Jahre Workshops zum Thema "Hatespeech" im Internet stattfinden. Wenn Menschen in sozialen Medien abgewertet oder angegriffen werden oder zu Gewalt gegen sie aufgerufen wird, spricht man von "Hatespeech" Es können einzelne Personen, aber auch Personengruppen gemeint sein, die auf aufgrund der Abstammung, ihres Glaubens, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, einer Behinderung, der sozialen Herkunft oder wegen ihres Aussehens diskriminiert und angefeindet werden. Hatespeech ist menschenverachtend und führt zu Verzerrungen des Meinungsbildes im Netz.

Für die Planung bittet die Zionsgemeinde um Anmeldung zu den Workshops bis zum 20. Oktober bei Dirk Oefele per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Dietrich Bonhoeffer sagte: "Schweigen im Angesicht des Bösen ist selbst böse: Nicht zu sprechen ist sprechen. Nicht zu handeln ist handeln." In diesem Sinne lädt die Zionsgemeinde ein, die Veranstaltungen im Gemeindezentrum zur Information und zum Diskurs zu nutzen, um Menschenfeindlichkeit im Alltag aufmerksam begegnen zu können.

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Eine Meldung von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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