Initiative lutherischer Frauen in der SELK | 21.11.2018

Rechte der Frauen in der Kirche
Freie "Initiative lutherischer Frauen in der SELK" gegründet

Homberg/Efze, 21.11.2018 - selk - Am 2. November trafen sich in privater Initiative sieben Frauen aus Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Homberg/Efze zum Austausch über Strukturen und Rechte von Frauen in der SELK. Als Einführung in das Thema gab es einen Vortrag, der biblische Aussagen zum Umgang mit Frauen in der Bibel und Zitate aus einem Vortrag von Prof. Dr. Athina Lexutt, Kirchenhistorikerin in Gießen, den sie in diesem Jahr in der Trinitatisgemeinde Frankfurt/Main zur Thematik gehalten hat, enthielt. Außerdem wurden die Entwicklung der Frauenrechte in der SELK seit 1971 und deren Umsetzung bis heute beleuchtet.

Als ein Beispiel für die Wertschätzung und den Umgang mit den Rechten von Frauen wurde Bezug genommen auf einen Antrag, der auf der 9. Kirchensynode 1999 in Farven beschlossenen worden war: "Die Kirchensynode bittet die Kirchenleitung, die Theologische Kommission zu beauftragen, in Zusammenarbeit mit WissenschaftlerInnen aus den Fachdisziplinen Geschichte bzw. Soziologie bis zum übernächsten Allgemeinen Pfarrkonvent eine kirchenhistorisch-soziologische Studie zu folgendem Thema vorzulegen und die wichtigsten Ergebnisse als offizielles Arbeitspapier den Gemeinden zur Verfügung zu stellen: ,Die Rolle der Frau in der SELK und ihren Vorgängerkirchen im Gemeindeleben und in übergemeindlichen Zusammenhängen unter besonderer Berücksichtigung der Umgangsweisen mit Frauen.'" Nach Recherchen habe sich herausgestellt, so hieß es auf dem Homberger Treffen, dass die Kirchensynode diesen Antrag mit deutlicher Mehrheit beschlossen habe; dennoch sei dieser Beschluss bisher nicht umgesetzt worden.

Im weiteren Gespräch über Frauenrechte in der SELK wurden Wahrnehmungen ausgetauscht, etwa die unterschiedliche Praxis hinsichtlich des Einsatzes von Lektorinnen in der Leitung von Lektorengottesdiensten beziehungsweise bei der Verlesung des Evangeliums wie auch hinsichtlich der Mitwirkung von Frauen bei der Abendmahlsausteilung. Dass Frauen nicht überall solche Dienste übertragen würden, werde als Benachteiligung wahrgenommen. Es sei daher wichtig, über solche Handhabungen ins Gespräch zu kommen, denn, so hieß es: "Benachteiligungen führen zu unnötigen Verletzungen und Rückzug der Frauen aus dem kirchlichen Engagement beziehungsweise aus der Kirche selbst."

Um hier zukünftig eine bessere Wertschätzung der Frauenrechte ins Bewusstsein zu rufen und die Umgangsweise mit Frauen und ihren Rechten besser im Blick zu haben, wurde in der Sitzung die "Initiative lutherischer Frauen in der SELK" (ILF) gegründet. Nicht zuletzt sei es ein Anliegen dieser Initiative, Benachteiligungen von Frauen in der Kirche zur Kenntnis zu nehmen und Frauen in ihrem kirchlichen Engagement zu unterstützen. Gründungsmitglieder sind in alphabetischer Reihenfolge: Heike Ackermann (Melsungen), Annegret Damaske (Bergheim), Edith Holst (Marburg), Claudia Kothe (Melsungen), Monika Kugler (Balhorn), Rosemarie Lösel (Homberg/Efze) und Esther Weusthoff (Soltau).

Ziel der Initiative ist die Stärkung der Frauenrechte in der SELK. Dabei nimmt die Initiative Bezug auf Ergebnisse der 2. Kirchensynode 1975 in Bochum. Damals war im Anschluss an die Arbeit einer mit der Thematik befassten Kommission beschlossen worden: "Die Synode bekennt sich einmütig zu dem Ergebnis der Kommissionsarbeit, wonach eine Ordination von Frauen zum heiligen Predigtamt in der SELK auch heute nicht möglich ist. Mit überwiegender Mehrheit ist die Synode der Überzeugung, dass die Aussagen der Heiligen Schrift selbst eine solche Möglichkeit bindend ausschließen." Unbeschadet dessen wurde aber festgestellt, "daß der verantwortliche Dienst der Frau in Gemeinde und Kirche nötig ist und in Zukunft stärker gefördert sowie von bisherigen Beschränkungen befreit werden sollte. Dieser Dienst entspricht dem Willen des Herrn der Kirche und den Nötigungen unserer Zeit."

Die ILF will jährlich ein bis zwei Treffen zum Austausch durchführen und regional und deutschlandweit Frauen dazugewinnen. "Die Gründerinnen dieser Initiative sind der SELK sehr verbunden und arbeiten schon seit Jahren aktiv in den Gemeinden und übergemeindlichen Strukturen mit", heißt es in einer Pressemitteilung: "Es geht ihnen nicht um eine einseitige Polarisierung. Auf der Grundlage des biblischen Wortes soll der Geist Christi unser Maßstab und der Maßstab der Kirche sein, auch im Umgang mit dem Engagement und der Präsenz der Frauen in der Kirche."

Frauen, die Interesse haben, die Initiative lutherischer Frauen in der SELK zu unterstützen, können über folgende Adresse Kontakt aufnehmen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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