Beeindruckende Abendmusik in Duisburg
Die Auferstehungsgemeinde Duisburg der SELK hatte am Vorabend des Sonntags Jubilate, am 25. April, zur jährlichen Abendmusik eingeladen, diesmal passend zum Jubilate-Sonntag unter dem Leitgedanken „JUBILATE DEO – Jauchzet Gott mit Stimmen und Instrumenten“. Der Kirchenchor ist eine besondere Stütze in dieser kleinen Gemeinde, der oft und sehr regelmäßig durch seine Einsätze den Gottesdienst bereichert und mindestens einmal im Jahr zu einer Abendmusik einlädt.
So erklang auch diesmal wieder sehr abwechslungsreich Musik aus unterschiedlichen Zeiten und Stilen, wobei der Chor in seinem „JUBILATE DEO“ beeindruckend unterstützt wurde sowohl von der Orgel als auch von einem Blechbläser-Ensemble, von Streichern, Blockflöten und sogar einem Saxophon, alles auf einem höchst anspruchsvollen Niveau.
Das Konzert wurde äußerst klangprächtig eröffnet mit einem doppelchörigen Satz von Friedrich Zipp, einem quasi auskomponierten Gebet „Herr Jesu Christ dich zu uns wend“ für Orgel und Bläser. Nach einleitender Begrüßung durch Chorleiter Hans-Hermann Buyken und Psalm-Lesung wurde die anwesende Gemeinde in das „Jubilate Deo“ ganz konkret einbezogen mit dem acht-stimmigen Doppel-Kanon aus Taizé „Jubilate coeli, jubilate mundi, Christus surrexit vere“. In der nachösterlichen Zeit begann damit nachvollziehbar der dankbare Jubel über Gottes liebevolle Zuwendung zu uns Menschen mit dem Blick auf die Auferstehung Jesu Christi. Im Verlauf der Abendmusik kamen dann die Gnadenmittel von Taufe und Abendmahl und vielerlei andere Momente der Gnade Gottes wunderbar zum Klingen. Einige Höhepunkte sollen Erwähnung finden, so der für Chor, E-Piano und Violoncello bearbeitete bekannte Chorsatz aus Haydns „Die Schöpfung“ und Mendelssohns großartige Motette „Jauchzet dem Herrn alle Welt“, diesmal aus op. 69 für vier- bis achtstimmigen Chor, gefolgt von der Jazz-Motette des zeitgenössischen Komponisten Johannes M. Michel. Auch die rein instrumentalen Jubelwerke, wie das Prélude aus Charpentiers großem Te Deum, das Trio F-Dur für Blockflöte, Violoncello und B.c. von Telemann oder ein Andante von Telemann – für Saxophon arrangiert – erzielten Freude und Dankbarkeit über die herrliche Gottesgabe der Musik.
Spontanen Applaus gab es für eine Uraufführung: Zum ersten Mal erklang vermutlich die Ciaconne g-moll (BWV 1179) – gekonnt vorgetragen von Franz Rudolf Eles an der Duisburger Böttner-Orgel. Dieses Werk wurde im vergangenen Jahr durch den Leiter des Bach-Archivs Leipzig (Prof. Dr. P. Wollny) offiziell als Frühwerk Johann Sebastian Bachs identifiziert. Diese Ciaconne gehörte zum wunderbaren Schlussteil der Abendmusik mit weiteren Werken Bachs; so erklang dessen großartige Motette „Sicut locutus est“ aus seinem Magnificat in der dt. Textfassung „Ehre und Preis sei Gott dem Herrn“, die der Chor in einer ausgesprochen strahlenden und sauber intonierten Darbietung souverän zu Gehör brachte. Im Finale wurde auch des 350. Todesjahres des großen Paul Gerhardt gedacht mit seinen Chorälen „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ und „Nun ruhen alle Wälder“ in herrlichen Bach-Choralvertonungen.
Nach einem langanhaltenden Danke-Applaus der Konzertgemeinde blieb diese bei guten Gesprächen, bei Fingerfood und Getränken noch dankbar und fröhlich lange beisammen. Besonders schön sei es gewesen, so eine Zuhörerin, dass die Gemeinde so oft in Kanons und Liedern habe mitmusizieren dürfen.