Gespräch der Kirchenleitung der SELK mit dem Verein „Aufbruch SELK“
Am 22. April hat zwischen der Kirchenleitung der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche und dem „Aufbruch SELK e.V.“ ein Gespräch stattgefunden. Die Kirchenleitung hat bei ihrer Sitzung im März ein solches Gespräch beschlossen und initiiert. Auf Seiten des Vereins „Aufbruch SELK“, der sich rechtlich außerhalb der kirchlichen Strukturen befindet und der nach eigenen Angaben keine Zuordnung nach Zuordnungsvorschrift (KO 200) zur SELK anstrebt, trafen acht Vereinsmitglieder mit den neun Mitgliedern der Kirchenleitung zusammen, darunter der Bischof, der Geschäftsführende Kirchenrat, die vier Pröpste und die drei Laien-Kirchenrätinnen und -räte.
In dem Gespräch wurde deutlich, wie vehement der Verein für die Abschaffung des Artikels 7 (2) der Grundordnung der SELK eintritt, in dem steht, dass das Predigtamt nur Männern übertragen werden kann. Eine entsprechende Änderung müsste durch den Allgemeinen Pfarrkonvent der SELK (APK) theologisch beschlossen und erst darauf durch die Kirchensynode der SELK umgesetzt werden. In dem respektvoll und offen geführten Gespräch, das digital geführt wurde, wurden auch emotionale, persönliche und theologische Perspektiven beider Seiten eingebracht. Mitglieder beider Seiten betonten, dass ein solches Gesprächsformat dem gegenseitigen Zuhören dienlich und über eine Fortführung zeitnah zu beraten sei.
„Aufbruch SELK e.V.“ hat sich im November vergangenen Jahres aus Initiativen von Befürwortern der Ordination von Frauen als eingetragener Verein außerhalb bestehender kirchlicher Strukturen gegründet. Im Frühjahr 2026 rief der Verein Gemeinden der SELK dazu auf, den wirtschaftlichen Druck auf die Kirche mit Initiativen sowie Beschlüssen zu untermauern und forderte die Gemeinden dazu auf, die Umlagezusage für 2027 unter Vorbehalt zu stellen – im sogenannten „Antrag AKK-Vorbehalt“. Ziel dieser Initiative ist es, über den Wegfall finanzieller Mittel eine Herbeiführung der Frauenordination zu erreichen, obwohl im vergangenen Jahr auf dem Allgemeinen Pfarrkonvent der SELK mit knapp 80% Mehrheit der Beschluss getroffen wurde, dass aktuell lebbare Strukturen für die Einführung der Ordination von Frauen nicht vorstellbar sind, wenn dieser Dienst nur in einem Teil der Gemeinden der SELK möglich ist (381.01; 1. Abschnitt). Gleichzeitig wirbt der Verein „Aufbruch SELK“ selbst u.a. um Vereinsbeiträge und baut organisatorische Parallelstrukturen zur SELK bspw. in Form von Arbeitsgruppen und Öffentlichkeitsarbeit auf. Die Ziele des Vereins richten sich in wichtigen Punkten darauf, die gültigen Kirchlichen Ordnungen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zu ändern.