TFS-Fortbildung in Bleckmar
„Ist das TFS tot? Nein - ganz und gar nicht. Der Theologische Fernkurs der SELK (TFS) hat seine besten Zeiten möglicherweise erst vor sich!“ Zu diesem Fazit kam Prof. Dr. Christoph Barnbrock (LThH) bei der vorerst letzten Fortbildung, die nur einen Tag dauerte und gleichzeitig ein Abschied von der bisherigen Form darstellte. „Viele Gaben – ein Geist. Warum Christen nur zusammen am Reich Gottes bauen können “ Unter diesem Motto wurden Gedanken und Erfahrungen zusammengetragen. Gleich die Raummitte war zu dieser Frage mit Legosteinen ein Kirchbau gestaltet worden.
Fragen: Was bereitet positive Erfahrungen, die uns wie Geschenke vorkommen? Gibt es Probleme, wenn Christen nur für sich bleiben? Hier konnte angeknüpft werden, was in der Fortbildung 2025 ein Ergebnis war: Menschen brauchen Menschen - um sich wohl zu fühlen, um sich stark zu fühlen, um Sicherheit zu empfinden und sich gesehen zu fühlen! In Gemeindekreisen kann man nicht nur mittun, sondern auch zur Durchführung Verantwortung übernehmen. Gemeinsame Projekte entwickeln sich gemeinsam leichter, Feste lassen sich gemeinsam leichter und besser stemmen und stärken das Wir-Gefühl. Es bringt einfach Freude zu sehen, wie gemeinsam etwas gelingt.
In der Vereinzellung treten mitunter ganz erhebliche, manchmal ganz tragische Probleme auf. Es ist nicht vordergründig das hin und wieder einmal allein sein gemeint, um sich zu entspannen oder desgleichen. Es ist eher das „Zum Christsein brauch ich keine Gemeinde“ gemeint. Nicht alle Menschen brauchen ständig Gesellschaft. Geübtes und gelebtes Miteinander kann aber auch den Einzelnen stärken. Ob es nicht weniger psychische Erkrankungen gäbe? Doch soll Gemeinsamkeit gelingen, ist zugewandte Kommunikation gefragt. Kritik, die verletzt oder „platt“ macht, ist absolut unnötig. Sie muss konstruktiv Ideen vermitteln und dazu dienen, dass viele Menschen sich angenommen und gesehen fühlen und davon profitieren. Gelungenes erzeugt Freude und ist ein Geschenk! „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“.
Nach einer Mittagspause wurde in der Nachmittagsrunde nach Impulsen für weitere Fortbildungsangebote in Norddeutschland geforscht. Es kam eine tiefe Dankbarkeit zur Sprache, dass es die Möglichkeit der Bildung und Fortbildung über fast 20 Jahre gab. Von den Anfängen des TFS, dem Lernmaterial, den Tutoren, von denen etliche inzwischen hochbetagt oder schon verstorben sind, aber tiefen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Pfarrer Hartwig Harms, Harald Kaminski und Heidi Mahlke seien da genannt. Die Teilnehmer der Kurse und der Fortbildungen empfanden sich als besonders beschenkt durch die kompetent und gut durchgeführten Einheiten. Allen, die sich in den Dienst des aktuell stattfindenden Tages gestellt hatten, wurde herzlich gedankt. Als neue Angebote konnte man sich Bibelarbeiten, Fragen des Alters und des eigenen Todes und allgemein in der Gesellschaft, über Trauer und Trauerarbeit vorstellen. Dabei wäre es interessant, über neue oder andere Lernmethoden Themen anzugehen. Es wurde an die Nähe zur Hohe Mark Klinik erinnert, wo in Therapien andere Wege der thematischen Annäherung geübt werden.
Ein kurzer Punkt war die Wiederwahl beider TFS-Beauftragten aus unseren Reihen für weitere 3 Jahre.
Nach dem Festessen, zu dem nicht alle bleiben konnten, und dem Abschied bleibt tiefe Dankbarkeit für den Segen, die diese Jahre der Schulung und Fortbildung brachten. Jeder Einzelne für sich persönlich würde besondere Erfahrungen schildern und auch darüber, wie segenbringend es in die Gemeinden ausstrahlte. Es bleibt die Hoffnung, dass es weitere Möglichkeiten geben wird, durch Fortbildung als Christ zu wachsen, ganz persönlich und in der Kirchengemeinschaft.