Missionsfest im Kirchenbezirk Hessen-Nord
Ist Mission noch zeitgemäß? – oder – ist nicht gerade in dieser Zeit die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus wirkt – lebensbejahend und lebensverändernd wichtig? Unter dieser Fragestellung hatte die SELK-Gemeinde Bergheim für Sonntag, den 20. September 2026 zum Missionsfest eingeladen. Aus der Tradition des „Waldeckischen Missionsfestes“, welches in der Vergangenheit von den drei Gemeinden im Waldecker Land Korbach-Sachsenberg-Bergheim im Wechsel gefeiert worden war, und dem Niederhessischen Missionsfest im Kirchenbezirk Hessen Nord, wurde die Zusammenlegung geprobt – so moderierte Ortspfarrer Stefan Paternoster. Dies auch im Hinblick auf anstehende Strukturveränderungen und damit erforderliche verstärkte Kooperation im Kirchenbezirk.
Knapp 100 Besucher aus den umliegenden Gemeinden fanden sich zum Missionsfest-Gottesdienst in der Ederauenhalle ein. Bereichert wurde der Gottesdienst vom Projektchor des Kooperationsraums Nord des Kirchenbezirks, der unter anderem liturgische Teile aus der „Missa africana“ beisteuerte - unter der Leitung von Kantorin Nadine Sonne. Der Gemeindegesang sowie Vor- und Nachspiel wurden – auch zur Überraschung der Dirigentin – von einem aus allen Gemeinden gut besetzten Posaunenchor gestaltet.
Gottes Liebe geht über den Tod hinaus und bereits im Leben sind wir in Christus mit dieser überschwänglichen Liebe verbunden, so dass wir in der Gewissheit leben dürfen, dass der Tod nicht die Endstation ist. Diese Botschaft dürfen und sollen wir auch fröhlich weitersagen – dies machte Missionsdirektor Edmund Hohl in seiner Predigt deutlich zu Johannes 11, 25+26 – der Auferweckung des Lazarus.
Wie diese Weitergabe des Evangeliums über die Lutherische Kirchenmission (LKM) ganz aktuell aussieht, konnte Hohls nach einer kurzen Kaffee- und Keks-Pause im anschließenden Missionsbericht mit Bildern und Videos von verschiedenen Einsatzbereichen und Projekten darlegen. Und fast immer zeigt sich - auch in der seit 1854 bestehenden Missionsgeschichte der LKM – Diakonie und Mission sind eine Einheit. Die Weitergabe der Frohen Botschaft fällt besonders dort auf fruchtbaren Boden, wo authentisch mit den Menschen in Ihrer herausfordernden Umgebung gelebt und gearbeitet wird - Diakonie ist Möglichkeit, das Evangelium glaubwürdig zu bekennen.
Ob die Gründung von drei Schulen für 250 Kinder durch ein Farmerehepaar, die Ausbildung von Theologie-Studenten aus verschiedenen Afrikanischen Ländern am Lutheran Theological Seminar (LTS) in Tshwane oder eine PC-Schule für 300 Jugendliche in Soweto – all dies eröffnet Chancen. Das Projekt „Farming God`s way“ begründet genau dies – Chancen vor Ort erkennen – was schenkt uns Gott, was vertraut ER uns an, welche Möglichkeiten bietet ER und wie und was können wir daraus zum Lobe Gottes nutzen. Sei es der Rasenschnitt aus Stadtbezirken in Südafrika, der in trockenem, steinigen Land zu wertvollem Humus wird, der Treffpunkte im Umfeld eines Formel 1-Hotspots in Brasilien oder in der Plattenbausiedlung in Deutschland mit herausfordernden Lebensumständen, das Internetcafé im Studentenumfeld, Begegnungs- und Gemeinschaftsprojekte mit anderssprachstämmigen Mitbewohnern in Deutschland, Kooperationen mit anderen Christlichen Organisationen auf den Kontinenten - all das sind Möglichkeiten, die für Missionsarbeit genutzt und auch mit Mitteln aus Spenden an die LKM unterstützt werden. Auch die im Anschluss an den Gottesdienst gesammelte vierstellige Missionsfestkollekte wird – wie sollte es anders sein – der LKM zugutekommen.
Dank konnte Missionsdirekter Hohls auch aus Canoas / Brasilien übermitteln, wo vor knapp zwei Jahren die Schule überflutet und stark beschädigt wurde und dank reicher Spenden die drei Schulen dort nun besser dastehen als vor der Flut.
Mit dabei beim Missionsfest im Edertal waren auch erfreulich viele junge Leute – besonders auch für sie berichtete Hohls auf Nachfrage von dem kürzlich geschlossenen Kooperationsvertrag mit dem Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM) für das Freiwilligenprogramm „Seitenwechsel“. Dies eröffnet gerade jungen Erwachsenen auf Basis der Erfahrungen des Kooperationspartners - auch im Hinblick auf rechtliche und finanzielle Fragen – die Möglichkeit, sich in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zu engagieren und Auslandserfahrung zu sammeln. So wie auch die segensreiche Arbeit von Andrea Riemann in Brasilien aus einem solchen Auslandsaufenthalt bereits vor 30 Jahren hervorging und seitdem an die hundert jungen Menschen im Volontariat hier Erfahrungen sammeln konnten.
Edmund Hohls wies zudem auf zwei aktuell erschienene lesenswerte Bücher hin, welche die Missionsgeschichte und Missionsarbeit sehr gut beleuchten – hiervon konnte das Buch „PULA – Segen fällt auf dürres Land“ von Fritz Adolf-Häfner auch direkt vor Ort erworben werden.
Angeboten wurden zudem aus reicher Ernte von Familie Holland-Moritz „Edertaler Walnüsse“ – die allein einen Erlös von 160 € zugunsten der Mission erbrachten.
Anschließend an den Missionsbericht war beim gemeinsamen Mittagessen mit vielen unterschiedlichsten Salaten, Snacks, Hand-Food und Leckereien vom Mitbring-Buffett reichlich Gelegenheit zu Gespräch und Austausch. Da draußen ein segensreicher Landregen niederging, nutzten viele diese Gelegenheit und schlossen zum Nachtisch auch noch einen Gang zum reichhaltigen Kuchen-Buffet an.