Uwe Heimowski zu Gast in Hannover St. Petri
Am Freitag, den 13. März war Uwe Heimowski, Vorstand des christlichen Hilfswerks Tearfund Deutschland, zu Gast in der St. Petri-Gemeinde Hannover. In der Reihe „Christsein in Politik und Gesellschaft“ sprach er zum Thema "Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft" und machte deutlich, dass sich die Wahrnehmung von Kirche und christlichem Glauben in den letzten Jahrzehnten in Deutschland verändert habe. Während in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts noch rund 95% sich einer Kirche zugehörig fühlten, gehörten momentan unter 50 % der Bevölkerung zu einer der Großkirchen Deutschlands. Dabei machte der Referent deutlich, welche Chancen aber auch Risiken davon ausgehen, wenn sich Kirche in der Mehrheits- und der Minderheitsposition befindet.
Die momentane Chance sehe er darin, dass sich Christen in einer gesellschaftlichen Minderheitsposition wieder mehr mit dem eigenen Glauben auseinandersetzen müssten. Während es früher mehr oder weniger "normal" war, zu einer Kirche zu gehören, geschehe diese Entscheidung heutzutage deutlich bewusster. Auch das Hinterfragen des christlichen Glaubens sei nicht per se schlecht, sondern fordere dazu heraus, sich seiner christlichen Identität und der Kirchenzugehörigkeit zu vergewissern und diese zu begründen, was wiederum missionarische Auswirkungen nach sich ziehen könne.
Weiter ging Heimowski auf die Prinzipien der katholischen Soziallehre ein (Subsidiaritätsprinzip, Solidaritätsprinzip, Gemeinwohlprinzip) und erläuterte sehr anschaulich, wie diese auch im Hintergrund der Entstehung des Grundgesetzes gestanden und sich darauf ausgewirkt hätten.
An den kurzweiligen Vortrag schloss sich eine Aussprache an, in der neben der Frage nach der zu beobachteten Ausbreitung des Islams auch positive Auswirkungen von Christen auf die Gesellschaft und die Politik benannt wurden. Der Referent ermutigte abschließend als Christ weniger aus Angst zu handeln, sondern sich vielmehr fröhlich und von Christus geleitet für die Gesellschaft und das eigene Umfeld einzusetzen.