Anbetung pur
Voller musikalischer Leidenschaft präsentierten die in der Bethlehemsgemeinde Hannover der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) beheimateten Bethlehem Voices (BV) am Samstag, 6. Juni, in der heimischen Bethlehemskirche auf den Punkt abgerufene hochwertige zeitgenössische Vokalmusik, ein Programm vielfältiger Anerkennung und Anbetung Gottes. Von sich absehen können – und Gott Gott sein lassen in seiner Schöpferkraft, seiner Wirkmacht, seiner menschenfreundlichen Zuwendung und fürsorglichen Güte: Das prägte das sorgsam zusammengestellte Programm, das in sich vollkommen stimmig war und eine umfassende Fülle lobpreisender Gottesattribute darbot: ein Hör- und Herzensgenuss auf bestem Niveau.
Dass die Gottesbeziehung in der Vorläufigkeit dieser Zeit und Welt nicht vor Schattenseiten verschont bleibt, wie die von Streit und Krieg geprägte Gegenwart belegt, zeigten wiederholt überzeugend dargebotene Halt und Geborgenheit vermittelnde Sequenzen. Mit einem Impuls in den prägnanten wie hilfreichen kurzen moderierenden Einschüben griff Chorleiterin Susanne Gieger auch die Schattenseite menschlichen Missverstehens auf und eröffnete eine angemessen gute Sicht auf andere - ganz nach der Weise und dem Geschmack, wie Gott auf Menschen schauen mag.
Überhaupt Gott – Gott in seiner Dreieinigkeit. Vom Heiligen Geist sei im Programm nicht explizit in Rede, so Susanne Gieger, aber er sei als der, der Gottvertrauen und Anbetung erst bewirke und fördere, immer mitzudenken.
Ohrwurmcharakter hatten gleich zur Eröffnung das schwungvolle „Ancient of Days“ (Gary Sadler, Jamie Harvill) und zum Abschluss als zweite Zugabe der fulminante BV-Klassiker „My Lighthouse“ (Rend Collective); dazwischen erklangen ruhigere Stücke und solch voller Dynamik, deutschsprachige und englische (mit projizierter Übersetzung) Lieder, immer als Ausdruck gottvertrauender – oft genug mit konkreten biblischen Bezügen gespickter – Anbetung. Dabei wurden kernige Christusbekenntnisse ebenso laut wie Trost- und Geborgenheitszusagen.
Einen besonderen Höhepunkt in all den Höhepunkten stellte das hochgradig hörenswerte Instrumentalstück "Silverlining" von Tore W. Aas mit dem akzentstarken Saxofon von Silvia Geilker dar – im Einklang mit der ebenso hervorragenden Band, bestehend aus Dennis Schöne am E-Piano und Hans Gieger am Schlagwerk und am ganzen Konzert als verlässliche Partnerin des Chores begleitend und interpretierend genussfördernd beteiligt.
Das konzertante Gesamtgefüge ergab einen rundum gelungenen Abend – einen, von dem man sich gerne vorstellte, er würde noch eine ganze Weile so weitergehen. Aber selbst der Abschluss mit zwei Zugaben wurde so pointiert und klar kommuniziert, dass nach 75 prall gefüllten Konzertminuten die Hörenden erfüllt und dankbar die zuvor voll besetzte Kirche verließen.