Kirchenleitende Delegation zu Gast in Lettland
Vom 8. bis 11. Juni ist eine Delegation der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zu Gast bei ihrer Schwesterkirche, der Latvijas Evaņģēliski luteriskā baznīca (Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, kurz „LELB“). Eine Vertiefung der Beziehungen beider Kirchen ist das erklärte Ziel der kirchenleitenden Gremien und wurde 2023 von der 15. Kirchensynode der SELK beschlossen. Nach einem Besuch der lettischen Glaubensgeschwister im April 2024 in Deutschland folgte nun ein Gegenbesuch auf Einladung der LELB. Ziel der kirchenleitenden Konsultation ist ein Verständnis über Geschichte, Realität und Zukunft beider Kirchen, ein Austausch über die Arbeit der kirchlichen Gremien, ein besseres Verständnis für die lutherische Gemeindearbeit und Glaubenspraxis auf beiden Seiten, ein Austausch von Informationen über die Ausbildungsstätten von SELK und LELB sowie aktuelle Herausforderungen beider lutherischer Bekenntniskirchen.
Die LELB ist mit rund 220.000 getauften Lutheranern, von denen 26.000 Kirchglieder als erwachsene, aktive und konfirmierte Gemeindeglieder gelistet sind, die größte evangelische/lutherische Kirche in Lettland. Nach der Anzahl der Gemeinden (mehr als 280 im ganzen Land) ist die LELB sogar die größte Kirche des Landes. Knapp 140 aktive ordinierte Pfarrer sowie 32 Laienprediger (sog. „Evangelisten“) sorgen für eine flächendeckende gemeindliche Versorgung der Kirchglieder. An der Lutherakademie in Riga bildet die LELB ihren theologischen Nachwuchs aus. Die SELK und die LELB sind im International Lutheran Council (ILC) miteinander verbunden und stehen miteinander in voller Abendsmahlsgemeinschaft.
Am 8. Juni, dem ersten Tag der Konsultation, stand die Besichtigung der St. Petri-Kirche in Riga, ein gemeinsames Mittagessen sowie ein ausführlicher Vortrag über die Geschichte und Struktur der LELB auf dem Programm. Den Teilnehmern wurde die Möglichkeit gegeben im Anschluss Fragen zu stellen und bereits erste Themen zu vertiefen. Am Abend wurde der Tag mit einer musikalischen Andacht in der Rigaer Martinskirche durch Erzbischof Grants und Pfarrer Krauliņš sowie Pfarrer Aivars Smuidris am Saxophon, seine Frau Kristine am Piano und dem Gesang von Jānis Moors abgerundet. Bei einem Abendessen stellte der Gemeindepfarrer Smuidris seine Gemeinde ausführlich vor.
Die deutsche Delegation, bestehend aus Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), Propst Jörg Ackermann (Melsungen), Propst Stefan Dittmer (Dresden), Propst Burkhard Kurz (Farven), Kirchenrat Florian Wonneberg (Berlin), Geschäftsführender Kirchenrat Daniel Soluk (Hannover), Superintendent Scott Morrison (Stuttgart), Superintendent Michael Otto (Essen) sowie Missionsdirektor Pfarrer i.R. Edmund Hohls (Berlin), traf am Montagmittag erstmals auf die hochrangige lettische Delegation der LELB, bestehend u.a. aus Erzbischof Rinalds Grants, Kirchenrat Pfarrer Andris Krauliņš, Kirchenrätin Linda Kalniņa (Leiterin der Abteilung „Theologie-Liturgie-Kommunikation“), Bischof Hans Martin Jönsson (Bischof der LELB in Liepāja), Bischof Uldis Gailītis (Assistierender Bischof von Liepāja), Dompropst Elijs Godiņš sowie Kirchenrat Propst Dzintars Laugalis (Sekretär des Bischofskollegiums).