SELK-Aktuell

Dritter Tag des Besuches der SELK-Delegation bei der LELB in Riga

Lettland 3Am 10. Juni wurde das Treffen der kirchenleitenden Delegation der SELK bei ihrer lettischen Schwesterkirche, der Latvijas Evaņģēliski luteriskā baznīca (Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, kurz „LELB“), fortgesetzt. Erneut fand ein morgendlicher Abendmahlsgottesdienst im Mariendom zu Riga statt. Diesmal wurde dieser von den leitenden Geistlichen der SELK & LELB geleitet, Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. und Erzbischof Rinalds Grants. Die in deutscher Sprache von Bischof Voigt gehaltene Predigt wurde von Kirchenrat Pfarrer Andris Krauliņš für die Gottesdienstbesucher ins Lettische übersetzt. Bei einer anschließenden Arbeitssitzung berichteten die Vertreter der SELK von ihren gegenwärtigen Herausforderungen, u.a. die sinkende Anzahl aktiver Pfarrer in der SELK und die Debatte um die Ordination von Frauen. Sowohl in der SELK als auch in der LELB ist diese nach den gültigen kirchlichen Ordnungen aus theologischen Gründen nicht möglich.

Parallel zu der Arbeitssitzung hatte der Geschäftsführende Kirchenrat der SELK, Daniel Soluk, die Möglichkeit seinen lettischen Amtskollegen und Glaubensbruder, den Sekretär der Kirchenleitung und Leiter des Finanzbereiches, Romāns Ganiņš, zu treffen. Neben Ganiņš waren auch weitere führende Verwaltungsangestellte und Pfarrer, die mit Verwaltungsaufgaben in der LELB betraut sind, bei dem Treffen anwesend. In zwei Präsentationen wurden die Verwaltungsstrukturen und Kennzahlen der lettischen Kirche präsentiert. „Es ist sehr beeindruckend zu sehen, wie diversifiziert beispielsweise die kirchlichen Investments der LELB aufgestellt sind“, so Soluk anerkennend. „In diesem und weiteren Bereichen können wir viel von unseren lettischen Glaubensgeschwistern lernen“, so Soluk weiter.

In einer anschließenden gemeinsamen Fortsetzung der Arbeitssitzung in kompletter Besetzung führte Erzbischof Grants die Situation der LELB aus und zeigte die derzeitigen und künftigen Hauptherausforderungen der lettischen Kirche auf. Dazu gehören beispielsweise die schwierige sicherheitspolitische Situation des Landes, die demografischen Entwicklungen in Lettland (v.a. ein enormer Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum) und der große Investitionsbedarf der LELB im Bereich der Sanierung von Immobilien, der sich pro Jahr auf bis zu 4 Millionen Euro summiert und nicht durch das Spendenaufkommen in den Gemeinden gedeckt werden kann. Auch auf Details der Arbeit der LutherakademieLutherakademie, der akademischen Ausbildungsstätte der LELB, wurde eingegangen. Propst Ackermann bat im Nachgang um Einblick in die Curricula der Studiengänge, um mögliche Synergien und Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit mit der LThH eruieren zu können. Im weiteren Verlauf der Sitzung kamen Vertreter der lettischen Ökumene hinzu, darunter ein leitender Vertreter der lettischen Baptisten, zwei Vertreter der orthodoxen Kirche sowie ein Vertreter der römisch-katholischen Kirche. In einer Vorstellungsrunde sowie in mehreren Wortbeiträgen wurde die gelungene ökumenische Vernetzung in Lettland positiv hervorgehoben und gewürdigt.

Am Nachmittag führte Agita Krastiņa, die Leiterin der Bereiche Mission, Diakonie sowie Kinder- und Jugendarbeit in der LELB, in ihre Themenbereiche ein und gab einen Überblick über vielfältige, teilweise sehr kreative und digitale Projekte, die von der lettischen lutherischen Kirche angeboten werden. Dabei wurde deutlich, dass mit vielen Angeboten passgenau auf die Herausforderungen der LELB eingegangen werden soll – und diese Projekte überaus erfolgreich sind. Der dritte Tag der Konsultationen wurde mit einer Andacht in der Ev.-Luth. Katlakalna-Kirche im Umland von Riga abgeschlossen. Pfarrer Andrejs Irbe und die Organistin Laima Ziemele unterstützten dabei den liturgischen Rahmen, den Kirchenrat Pfarrer Andris Krauliņš in seiner Heimatgemeinde verantwortete. Besonders die in deutscher Sprache gehaltene Predigt und die zahlreichen Übersetzungsdienste und die exzellente Planung der Konsultation durch Krauliņš und die Delegation der LELB wurden durch die deutsche Delegation gewürdigt.

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