SELK-Aktuell

Kirchensynode der SELK hört Zwischenberichte und tagt in Ausschüssen

SynodeDer zweite Sitzungstag der 4. Tagung der 15. Kirchensynode der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) stand im Zeichen von Strukturfragen sowie der Arbeit zweier Synodalkommissionen. Die Beratungen fanden erneut digital statt. Der Tag begann mit einer Andacht, die von Pfarrer Markus Müller (Guben) gehalten wurde. Musikalisch wurde die Andacht von einem Ensemble aus Marburg ergänzt.

Im Mittelpunkt des Vormittags standen zwei grundlegende Einführungen zum Themenfeld „Strukturen“ und „Strukturprozesse“. In einem ersten Vortrag stellte Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) die Entwicklung der Pfarrerschaft in den kommenden zehn Jahren dar. Dabei wurden bewusst Szenarien betrachtet, die ausschließlich die altersbedingten Abgänge ohne personellen Nachwuchs berücksichtigen, um die Herausforderungen eines möglichen „Worst-Case-Szenarios“ sichtbar zu machen. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass zukünftige Zugänge in den Pfarrdienst der SELK bei allen Überlegungen mitzudenken seien. Im Anschluss zeichnete Propst Burkhard Kurz (Farven) die Geschichte der Strukturdebatten und Strukturentscheidungen innerhalb der SELK seit 1999 nach. In seinem Fazit betonte er, dass Strukturfragen nicht isoliert behandelt werden könnten. Maßstab aller Überlegungen müssten die Verkündigung des Evangeliums sowie die seelsorgliche Begleitung der Menschen vor Ort bleiben.

Im weiteren Verlauf der Tagung tauschten sich die Synodalen in zufällig zusammengestellten Gesprächsgruppen („Breakout-Rooms“) über die vorgestellten Impulse aus. Dabei zeigte sich, dass die Erfahrungen und Herausforderungen in den Gemeinden sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Neben Strukturfragen wurden zahlreiche Beobachtungen aus der gemeindlichen Praxis eingebracht. Während des gesamten Tages wurden Teilprotokolle der Beratungen verlesen und durch die Synodalen geprüft sowie gegebenenfalls korrigiert. Das Präsidium sprach den Protokollantinnen und Protokollanten mehrfach seinen Dank für die umfangreiche Arbeit aus.

Vor der Mittagspause wurden die Ergebnisse und Gedanken aus den Gesprächsgruppen in das Plenum eingebracht. Dabei wurden verschiedene Modelle zur Straffung und Vereinfachung von Leitungsstrukturen innerhalb der SELK vorgestellt. Mehrere Wortmeldungen regten darüber hinaus eine stärkere Einbindung und Förderung ehrenamtlichen Engagements an.

Nach der Mittagspause befasste sich die Synode mit einem Zwischenbericht der Synodalkommission Einheit (SynKoEinheit). Pfarrer Johannes Heicke (Balhorn) stellte die bisherige Arbeit der Kommission vor und gliederte den Bericht in die Themenbereiche „Findungsphase“, „Kommunikation“, „Herausforderungen“, „Verstehen“, „Was jetzt?“ und „Wohin?“. Als Ergebnis, der zum Teil mit einem externen Berater unterstützten Arbeit sowie möglicher weiterer Weg wurde der Prozess „Auf Gottes Wort hören“ vorgestellt. Anhand eines anschließenden Meinungsbildes unter den Synodalen wurde aufgezeigt, welche Gefühlslage die Teilnehmer selbst, ihre Gemeinden und Kirchenbezirke haben. Der Zwischenbericht der Synodalkommission Einheit ist hier abrufbar.

Im Anschluss stellte Propst Jörg Ackermann (Melsungen) als Vertreter der Synodalkommission Trennung (SynKoTrennung) den Zwischenstand der Arbeit dieser Kommission vor. Ackermann betonte, dass es nach einer möglichen Trennung „die SELK, wie wir sie kennen, nicht mehr geben“ würde. Zu den Erkenntnissen der Kommission gehört die Einschätzung, dass die Kirche in den gegenwärtigen Diskussionen Gefahr laufe, das Zentrum ihres Auftrags – Jesus Christus – aus dem Blick zu verlieren und stattdessen um sich selbst zu kreisen. Zugleich wurde hervorgehoben, dass die Debatte um die Frauenordination nach Auffassung der Kommission eher Symptom als eigentliche Ursache der gegenwärtigen kirchlichen Spannungen sei. Als tieferliegende Konfliktlinien wurden unterschiedliche Schriftverständnisse, verschiedene Auffassungen vom geistlichen Amt sowie voneinander abweichende weltanschauliche Prägungen benannt. Die Kommission unterstrich darüber hinaus die Notwendigkeit einer tragfähigen und dauerhaften Lösung, die langfristig Bestand haben könne. Der Zwischenbericht der Synodalkommission Trennung ist hier abrufbar.

In einer anschließenden Fragestunde beantwortete der Geschäftsführende Kirchenrat kurzfristig von Synodalen eingebrachte Fragen zur Medien- und Öffentlichkeitsarbeit der SELK.

Ab 16 Uhr setzten die vier Arbeitsausschüsse (Ausschuss 1 – Strukturfragen; Ausschuss 2 – Ordnungsfragen; Ausschuss 3 – Frauenordination; Ausschuss 4 – Ethik) der Synode sowie die zusätzliche „Arbeitsgruppe Strukturfragen“ ihre Beratungen fort. In den Ausschüssen werden die vorliegenden Anträge intensiv beraten, gebündelt und weiterentwickelt. Ziel ist es u.a., tragfähige Beschlussvorlagen in Form von Leitanträgen zu erarbeiten, die in der kommenden Plenarsitzung am Samstag beraten und beschlossen werden können.

Um 20 Uhr wurde die Ausschussarbeit durch eine Abendandacht unter Leitung von Pfarrer Renatus Voigt (Nürnberg) unterbrochen. Anschließend setzten die Ausschüsse ihre Beratungen bis in die späten Abendstunden fort. Die Beratungen der 4. Tagung der 15. Kirchensynode werden am Samstag fortgesetzt. Dann werden die Ergebnisse aus den Arbeitsausschüssen im Plenum vorgestellt und beraten. Auch am Samstag ist die Teilnahme für Gäste ab 8 Uhr morgens möglich.

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