Trinitatis
Das Trinitatisfest wird am Sonntag nach Pfingsten gefeiert und gehört zu den zentralen Festen des Kirchenjahres. Es steht ganz im Zeichen der Dreifaltigkeit Gottes: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Anders als Weihnachten, Ostern oder Pfingsten erinnert das Fest nicht an ein bestimmtes Ereignis, sondern an das christliche Gottesverständnis selbst. Die Kirche bekennt: es ist ein Gott – in drei Personen.
Der Begriff „Trinität“ stammt vom lateinischen trinitas und bedeutet „Dreieinigkeit“. Christen glauben nicht an drei Götter, sondern an den einen Gott, der sich in der Bibel in drei Personen offenbart: als Schöpfer und Vater, als Sohn Jesus Christus und als Heiliger Geist. Dieses Verständnis entwickelte sich in den ersten Jahrhunderten des Christentums und wurde in den großen Glaubensbekenntnissen der Kirche formuliert.
Eine besondere Bedeutung hat dabei das Nicänische Glaubensbekenntnis, das auf das Konzil von Nicäa im Jahr 325 zurückgeht und später erweitert wurde. Dort bekannte die Kirche, dass Jesus Christus „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“ sei. Damit sollte klargestellt werden, dass der Sohn nicht nur ein von Gott gesandter Mensch ist, sondern wesensgleich mit dem Vater. Ebenso wird der Heilige Geist als göttlich bekannt und gemeinsam mit Vater und Sohn verehrt.
Noch ausführlicher beschreibt das Athanasianische Glaubensbekenntnis die Trinität. Es betont die Einheit Gottes ebenso wie die Gleichrangigkeit der drei Personen: „Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott und der Heilige Geist ist Gott; und doch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott.“ Gleichzeitig heißt es dort, dass keine der drei Personen größer oder kleiner, früher oder später sei. Das Bekenntnis versucht damit, zwei Extreme zu vermeiden: die Vorstellung von drei getrennten Göttern ebenso wie die Auffassung, Vater, Sohn und Geist seien nur unterschiedliche Erscheinungsformen eines einzigen Gottes.
Lesen Sie sich das Athanasianische Glaubensbekenntnis einmal selbst laut vor! Im Gesangbuch unserer Kirche (ELKG2) findet sich auf den Seiten 1654-1656. Die vielen wiederholenden Formulierungen haben durchaus einen fast meditativen Charakter:
„… Wie der Vater ist, ist der Sohn, ist auch der Heilige Geist.
Der Vater ist nicht geschaffen, der Sohn ist nicht geschaffen, der Heilige Geist ist nicht geschaffen.
Der Vater ist unermesslich, der Sohn ist unermesslich, der Heilige Geist ist unermesslich.
Der Vater ist ewig, der Sohn ist ewig, der Heilige Geist ist ewig;
Und sind doch nicht drei Ewige, sondern es ist ein Ewiger …“
Im Trinitatis-Gottesdienst kann man das Athanasianum auch im Wechsel zwischen Pfarrer und Gemeinde oder zwischen zwei Gemeindehälften sprechen. Oder man singt es.
Textblatt für die Gemeinde
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Orgelbegleit- und Chorsatz
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Und dann wirkt das lange athanasianische Glaubensbekenntnis gar nicht mehr langweilig. Vielmehr wie ein Lobgesang, wie Anbetung. Und das ist dem Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes auch angemessen. Erklären kann man sie nicht. Aber anbetend besingen, lobpreisen und staunen. Das Trinitatisfest lädt dazu ein, über dieses Geheimnis des Glaubens nachzudenken.
In den evangelischen Kirchen beginnt mit dem Trinitatisfest zudem die lange festlose Zeit des Kirchenjahres. Die liturgische Farbe an Trinitatis ist weiß. Danach, in der Trinitatiszeit wechselt sie zu Grün – Symbol für Wachstum und Hoffnung.