Regionalkirchentag in Bernau
Am Sonntag, den 28. Juni 2026 trafen sich die Gemeinden des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg in Bernau zum Regionalkirchentag. Das Motto gab in der Jahresmitte die Jahreslosung vor: ‚Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.‘ (Offenbarung 21,5) Und das war der Kirchentag selbst irgendwie auch: Nach einigen Jahren Pause fand er endlich wieder statt. Trotz der Rekordtemperaturen, rückten insgesamt 150 Gäste aus dem weiträumigen Kirchenbezirk an. Zuvor hatte die Polizei überprüft, ob die Veranstaltung wegen der Hitze abgesagt werden müsse.
Doch die Behörde machte es amtlich: Die Veranstaltung stellte keine Gefahr da, sondern eher eine heilsame Alternative zur Schwitzkur in den eigenen vier Wänden. Die St. Marienkirche bot herrliche Abkühlung. Herzlich und umsichtig war die Aufnahme inklusive der Mitnutzung der Festlogistik, die die evangelische Ortsgemeinde am Vortag selbst für ihr Sommerfest aufgebaut hatte: Die Bierbänke hinter dem Altar blieben einfach stehen und die hungrigen Kirchentagsbesucher konnten ihre Bratwurst unter der Apsis genießen – ein wahrhaft sakraler Schmaus. Auch draußen gab es Abkühlung an einem Softeiswagen, den die Pfarrerin der Gastgebergemeinde selbst bediente und nicht nur die Kinder hatten Spaß mit der Wasserpumpe und dem überm Eingangstor installierten Sprühregen. Die Gegebenheiten waren also bestens für einen festlichen Gottesdienst mit der wie immer gut eingespielten Band des Jugend-Mitarbeitenden-Gremiums und Chor und Bläsern unter der Leitung von Kantor Georg Mogwitz, der mit großem Einsatz allen Beteiligten musikalischen Genuss bescherte. Die Dialogpredigt nahm das Thema des Tages auf: Geburtstagskind Pfarrer Kirsten Schröter durfte sich was wünschen, wobei er nicht bescheiden blieb. Frieden auf Erden, wäre schön! Nicht vertrösten lassen müssten wir uns, weil das Neue Leben in Jesus Christus schon angefangen hat, auch wenn wir mit einem Bein noch im Alten stehen. Gott hält seine Verheißung: ‚Siehe, ich mache alles neu!‘ Nicht weil er artig ist, sondern weil er großartig ist. So stimmten die Prediger die Gäste bereits im Gottesdienst ein auf den späteren „Galerie-Besuch“. Dort hatten drei „Maler“-Teams mit Worten Bilder der Kirche der Zukunft gemalt. Über ihre Darstellungen tauschten sich die Gäste in Kleingruppen aus. Offen und vielfältig, musikalisch und fest gegründet auf Christus, traditionsbewahrend und innovativ – waren die Farben mit denen gemalt wurde. Reibungen waren da eigentlich vorprogrammiert, aber da Reibung noch mehr Wärme erzeugt hätte, blieben Reibereien aus. Stattdessen bildete eine Andacht den Schlusspunkt, aus der alle mit einem neuen Ohrwurm nach Hause gingen: „Siehe, ich mache alles neu-heu, neu die Erde, neu-heu den Hi-himmel. Hören wir, drum hoffen wir auf unsres Schöpfers Stimme.“