SELK-Aktuell

175 Jahre St. Johannis-Gemeinde in Köln

Jubilaeum KoelnAm 6. Sonntag nach Trinitatis, dem 12. Juli 2026 feierte die St. Johannis-Gemeinde Köln-Bonn-Aachen in Köln am Rhein ihr 175-jähriges Bestehen. Was 1841 mit einem einzelnen Mann begann, der in seinem Wohnzimmer zum Gottesdienst einlud, und 1851 zur offiziellen Gründung der Gemeinde führte, ist über Generationen zu einer Gemeinde für die ganze Region gewachsen – Grund genug, Gott von Herzen zu danken. Neben Gemeindegliedern aus beiden Gemeindeteilen in Köln und Bonn war auch der leitende Geistliche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) angereist. Er folgte damit der Einladung des Kirchenvorstandes mit Pfarrer Kurt Böhmer und Pfarrvikar Benjamin Schütze.

In seiner Festpredigt zu 5. Mose 7,6–11, griff Voigt das Thema der Erwählung Gottes durch die Heilige Taufe auf und sagte: „Seit 175 Jahren gibt es euch hier als altlutherische Bekenntnisgemeinde in Köln: Eine Gemeinschaft der „Ek-klesia“, der Herausgerufenen. Das ist wahrlich Grund zum Feiern, denn Gott hat euch in eurer Taufe erwählt!“ Pfarrer Kurt Böhmer leitete die anschließende Feier des heiligen Abendmahls und Pfarrvikar Schütze den Kindergottesdienst.

Zum Jubiläum wurden auch Gäste aus der nachbarschaftlichen Ökumene begrüßt. So waren Subsidiar Dr. Dr. Andreas Kuhlmann von der römisch-katholischen Nachbargemeinde St. Pantaleon und Pfarramtsanwärter Matthias Beckmann aus der Altkatholischen Gemeinde der Einladung zum Jubiläum gefolgt.

Pfarrvikar Benjamin Schütze, der seit 1. Mai 2026 in Köln Dienst tut, hatte zum Jubiläum eine Zusammenfassung der Gemeindegeschichte verfasst, die vor dem gemeinsamen Mittagessen durch Irene Pawassar vorgetragen wurde.

Am frühen Nachmittag gab Wolfgang Thiele einen faszinierenden Einblick in die Geschichte des künstlerisch wertvollen Altarkreuzes der St. Johannis-Kirche. Das Kruzifix wurde als Hinterglasmalerei vom Künstler Hermann Diesner gefertigt und ziert seit etwa 1957 den Nachfolgebau der neugotischen St. Johannis-Kirche, die 1942 den Bomben zum Opfer fiel. Nach dem Krieg war es eine Forderung der Stadt Köln, die Kirche in die Häuserreihe des Pantaleonwalls zu integrieren.

Franziska Schütze, die Ehefrau des Pfarrvikars, hatte ein heiteres Quiz zur Erkundung des Kirchraums vorbereitet. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, eine alte Bibelausgabe, sowie Gesangbücher und eine Agende aus dem Archiv der Gemeinde zu betrachten.

Bischof Voigt zeigte sich beeindruckt von der geistlich – fröhlichen Präsenz der Gemeinde, zu der sich auch neue Gemeindeglieder halten. Voigt sagte: „Ich finde es besonders wertvoll und nachahmenswert, dass in einem Gemeindekreis der St. Johannis-Gemeinde regelmäßig Bekenntnistexte gelesen und Glaubensgespräche dazu geführt werden.“

© 2026 | SELBSTÄNDIGE EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE (SELK)