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Kirche dankt einem engagierten Musiker - Wolfgang Knake verstorben

Wolfgang KnakeAm 17. Juli 2026 verstarb in Berlin an den Folgen einer schweren Operation im Alter von 78 Jahren Wolfgang Knake. Wolfgang wuchs als Sohn eines Schneidermeisters zusammen mit drei älteren Schwestern in Stadthagen auf und kam nach seiner Ausbildung als Textilkaufmann in Bückeburg 1967 nach Berlin. Seine erste Anstellung fand er bei einem renommierten Herrenausstatter auf der Schlossstraße in Berlin-Steglitz. Nach Feierabend tauchte er in Jugendkreisen verschiedener Berliner Gemeinden auf, wo er – so eine schöne Anekdote – einmal wegen seines gediegenen Outfits zunächst für den neuen Vikar gehalten wurde. „Die mehr oder weniger betuchte Kundschaft zum Kauf von edlem Zwirn zu überreden, daran hatte Wolfgang mittlerweile immer weniger Interesse; seine Neigung lag, geprägt durch seine musikalischen Ambitionen in Stadthagen, eher bei der Trompete“, stellt ein enger Wegbegleiter fest. So fand er bald Anschluss an eine engagierte Bläsergruppe in der Weddinger Gemeinde.

Seine Begeisterung für die Musik und die Trompete führte ihn - zum Leidwesen seines Vaters, der doch wünschte, dass der einzige Sohn die Firma „W. Knake“ weiterführen sollte - zur Aufnahme seines Studiums am Julius Stern Institut und später an der Hochschule für Musik bei Prof. Eichler.

1971 heiratete Wolfgang seine Angelika, geborene Hesse. Im selben Jahr zogen sie von Berlin nach Lage in Lippe um. Dem Ehepaar wurden insgesamt vier Söhne geschenkt. Wolfgang wechselte an die Musikhochschule Detmold. Zur gleichen Zeit übernahm er die Leitung des Posaunenchors Lage und später auch den Singchor. Für seine Kirchengemeinde Lage war er ein großes Geschenk.

Bereits vor der Gründung der SELK 1972 suchte Wolfgang die Zusammenarbeit mit alt-lutherischen Gemeinden an Rhein und Ruhr, hebt der Obmann des Posaunenwerkes der SELK, Pfr. Rainer Kempe (Wittingen) hervor. Sehr früh erkannte und feierte er die verbindende Kraft der Musik im gemeinsamen Gotteslob – und das in vielerlei Hinsicht. „Ohne Wolfgang Knake hätten wir uns nicht kennen gelernt,“ resümierte eine Teilnehmerin der Runde, die zusammen über Leben und Wirken von Wolfgang, dem langjährigen Posaunenobmann im KBZ Niedersachsen-Süd der Selbständigen Ev.-Luth. Kirche, nachdachte und Erinnerungen zusammentrug. Immerhin hatte der Einsatz der Lutherischen Bläsergruppe, die sich 1973 formierte, unter seiner Leitung auf dem Bürkli-Platz in Zürich 1974 dazu geführt, dass dieses Paar sich kennenlernte und später heiratete.

Viele Zeitzeugen berichten von wunderbaren Bläserfreizeiten mit ihm, die sie u.a. mehrmals nach Südtirol führte, aber auch nach Schweden, in die Schweiz und in andere europäische Länder. Dabei begleitete ihn sein Lagenser Gemeindepastor, Pfr. Gottfried Meyer, sehr gerne. Einer der Höhepunkte dieser Reisen war ein Konzert der Lutherischen Bläsergruppe mit über 30 Bläsern in der Westminster-Abbey, London, im Jahr 1983 zum Gedenken an Luthers 500. Geburtstag. Die teils royalen Gäste konnten so unmittelbar erleben, was Wolfgangs Leitmotiv war: Die Lutherische Bläsergruppe als Botschafter lutherischer Kirche in ganz Europa.

Unzählige Bläserschulungen fanden seit den frühen 70er Jahren unter seiner Leitung statt. Generationen von Jungbläserinnen und Jungbläsern haben durch seine Musikbegeisterung viel von ihm gelernt. Nebst der zu erlernenden Technik vermittelte er auch in einzigartiger Weise Musiktheorie, bspw. das Hören von Intervallen. Besonders eindrücklich haben viele Bläserinnen und Bläser seine unermüdliche Arbeit an Bachchorälen in Erinnerung, damit diese möglichst so klangen, wie – seiner Vorstellung nach – der große Komponist der Barockzeit sie intendiert hatte. Aber nicht nur Werke der alten Meister faszinierten ihn. Wolfgang ging musikalisch auch neue Wege und ließ sich gerne darauf ein, bislang in der Kirchenmusik wenig beachtete Musikstile, wie etwa den amerikanischen Swing, zu Gehör zu bringen. Auch zwei Plattenaufnahmen der Lutherischen Bläsergruppe in den 1980er Jahren gehörten zu seinen musikalischen Errungenschaften, die im noch vordigitalen Zeitalter nicht einfach zu leisten waren.

Sein erworbenes Wissen gab er nicht nur an junge Bläserinnen und Bläsern der eigenen Kirche weiter. Auch in die Stadt Lage wirkte er musikalisch hinein. 1979 erhielt er seine feste Anstellung als Lehrer an der Musikschule Lage, später gründete er dort u.a. die Big Band und war viele Jahre in der Leitung der Musikschule aktiv. Weit über die Grenzen der SELK hinaus prägte er angehende Musikerinnen und Musiker, bis er schließlich im Jahr 2011 in den wohlverdienten Ruhestand trat, aber musikalisch nicht untätig blieb. Die Musikschule Lage würdigte sein Wirken bereits zu Lebzeiten.

Viele Freunde und Weggefährten erinnern sich daran, wie wichtig es ihm war, durch Posaunenchöre besonders Gemeinden in der Diaspora zu dienen, und wie er überhaupt das Musizieren als einen Dienst für die Gemeinden bei der Verkündigung des Evangeliums betrachtete. So hatte er für das letzte Sprengelposaunenfest, das er im Sommer 2013 in der Glaubenshalle in Krelingen leitete, ein Thema aus Psalm 136 gewählt: „Danket dem HERRN, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich“ (Ps. 136,1). Zum Lob Gottes hat er selber gerne mit seiner Trompete mit ihrem silbernen Klang beigetragen, wenn er nicht am Dirigentenpult stand, erinnert sich ein guter Freund. Oft fielen beide Aufgaben für ihn in eins. Mit dem Kirchenbezirksposaunenfest Niedersachsen-Süd in Barsinghausen im Jahr 2014 beendete er seine Aufgabe als musikalischer Leiter und Obmann.

Besondere Freude bereitete den Eltern Wolfgang und Angelika, dass der Sohn Michael die über viele Jahrzehnte ehrenamtlich ausgeübte Tätigkeit des Vaters in der Posaunenarbeit zum Beruf machte. So konnten sie sich darüber freuen, dass er Landesposaunenwart in der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg Oberschlesische Lausitz (EKBO) wurde und zuletzt im Juni 2026 zusammen mit seinen Kollegen ein Posaunenfest mit 750 Bläserinnen und Bläsern im Spreewald leitete. Der eigene Sohn ein beredtes Beispiel dafür, wie Musik Grenzen überschreitet und überall Menschen zum Lob Gottes auffordert und sie dabei unterstützt.

Zur Würdigung seiner langjährigen Tätigkeit findet am 19. September in der Marktkirche in Lage um 17.30 Uhr ein Gedenkkonzert für Wolfgang Knake statt. Alle Bläserinnen und Bläser sind dazu sehr herzlich eingeladen. Am Dirigentenpult steht dann Michael Knake, zu Ehren seines Vaters und in Fortführung seiner engagierten Arbeit. Die organisatorische Vorbereitung obliegt seinem Sohn Matthias Knake. Teilnehmende werden gebeten sich rechtzeitig bei ihm anzumelden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Das letzte öffentliche musikalische Auftreten Wolfgang Knakes galt seinem Freund Gotthard Schleich, zu dessen Ehren er an seinem Grab vor einem halben Jahr einen Auferstehungschoral blies. Hans-Hermann Buyken, Vorsitzender des Kirchenmusikalischen Arbeitskreises West, schrieb: „Er darf nun ... im höheren Chor seine Trompete erschallen lassen!“

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