ACKN-Tagung in Frenswegen | 29.10.2016

ACKN-Tagung in Frenswegen
SELK durch ihre Delegierten vertreten

Frenswegen, 29.10.2016 - selk - Die diesjährige Herbstkonferenz der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN) fand vom 27. bis zum 28. Oktober in den Räumlichkeiten der ökumenischen Stiftung Kloster Frenswegen, einem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift bei Nordhorn, statt. Diesmal nahmen auch zahlreiche Vertreter regionaler Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen Niedersachsens teil.

Einen ganz besonderen Rahmen für die ökumenische Begegnung bot das Klostergebäude, das von einer 1974 gegründeten ökumenischen Stiftung übernommen wurde, die in europaweit einmaliger Weise sechs christliche Konfessionen unter einem Dach verbindet, um das mittelalterliche Gebäude neu mit geistlichem Leben zu füllen.

Thematisch ging es um "Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt" (www.oekumene-ack.de/themen/theologische-reflexion/artikel/artikeldetails/mission-respekt-einladend-und-respektvoll-den-eigenen-glauben-bekennen) mit dem Schwerpunkt "Islam und Christentum in einem europäischen Begegnungskontext". Nach einem Erfahrungsaustausch am Donnerstagvormittag über die sich verändernde religiöse Landschaft mit zunehmend spürbar mehr muslimischen Gläubigen und die Auswirkungen auf die Gesellschaft referierte Prof. Dr. Habib El Mallouki vom Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück am Nachmittag darüber, welche Werte und Prinzipien eines aufgeklärten und liberalen Islam zur Integration von Muslimen und ihrer Religion in Europa beitragen können.

Über die Tragfähigkeit einer von El Mallouki ausschließlich positiven und unkritischen Darstellung der Werte und Prinzipien des Islam für eine dauerhaft gegenseitig respektvolle und wertschätzende Begegnung von Muslimen und Christen und die Integrationsfähigkeit des Islam in einer auf christlichen Werten basierenden Demokratie ergab sich eine kontroverse Diskussion.

Aufgrund der Diskrepanz zwischen dem im Koran und in der Bibel beschriebenen Menschen- und Gottesbild und der unterschiedlichen Auffassungen über die Rechtfertigung des Menschen vor Gott werden der Auftrag christlichen Zeugnisses und die Entwicklung einer gewaltlosen gemeinsamen Ethik als Grundlage für gelingende Integration von Muslimen eine zunehmende Herausforderung für Christen aller Konfessionen darstellen. Da sich das christliche Zeugnis jedoch immer schon in einer multireligiösen Welt ereignet, soll und muss es auch weiterhin im Vertrauen auf den Zuspruch des Evangeliums und der daraus entspringenden Nächstenliebe erfolgen.

Am Freitagvormittag referierte die Beauftragte für den interreligiösen Dialog im Bistum Osnabrück Katrin Großmann über die Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz "Christus aus Liebe verkündigen" (http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/arbeitshilfen/AH_236.pdf) zum Umgang mit und zur Begleitung von Taufbewerbern mit muslimischem Hintergrund. Dabei wurden die Prüfmöglichkeiten der Ernsthaftigkeit des Taufbegehrens und die Dauer des Katechumenats für Taufbewerber sowie mögliche soziale Konsequenzen für die Bewerber als besondere Herausforderung benannt und diskutiert.

Neben den obligatorischen Punkten der Tagesordnung am Nachmittag wurde der Mühlheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, der bereits Mitglied der ACK auf Bundesebene ist, bei der Tagung in die ACKN aufgenommen. Aufgelockert wurde das Tagungsprogramm durch einen Besuch der altreformierten Gemeinde in Nordhorn.

Die Region Nord der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) wurde durch ihre Delegierten Pfarrer Jochen Roth (Lehrte-Arpke) und Pfarrer Tino Bahl (Lage) vertreten.

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