Jugend führt Reformation ein | 31.10.2016

Reformation in Homberg eingeführt
Jugendwerk der SELK veranstaltete Planspiel zur Reformation

Homberg/Efze, 31.10.2016 - selk – Eine gute Nachricht zum Auftakt des großen Reformationsjubiläums: Homberg hat am Wochenende die Reformation eingeführt! Das Jugendwerk der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) lud bundesweit zu einem „Planspiel Reformation“ ein. Bei diesem Planspiel, an dem sich knapp 20 Menschen beteiligten, kam es am Ende langer Beratungen zu einer Abstimmung über die Einführung der Reformation am Ort. Dabei stimmten die Teilnehmenden mit einer guten Zweidrittelmehrheit für die Einführung.

Unter der Leitung von Bernhard Daniel Schütze (Bezirksjugendvertreter im Kirchenbezirk Hessen-Süd der SELK), Mike Luthardt (Jugendkoordinator im Kirchenbezirk Rheinland-Westfalen der SELK) und Henning Scharff (Hauptjugendpastor der SELK) wurden die Teilnehmenden auf eine Zeitreise mitgenommen. Am Freitag wurde das ausgehende Mittelalter bzw. die frühe Neuzeit mit einer methodischen Kombination aus Vortrag und Quiz lebendig. Am Samstag tauchten dann tatsächlich alle Beteiligten in verschiedene Rollen aus längst vergangenen Zeiten. Ein Herold erklärte die Spielregeln, der Bürgermeister malte den Teilnehmenden das alte Homberg vor Augen und ein gewisser Martin Luther hielt eine flammende Rede über wichtige reformatorische Gedanken. Die Teilnehmenden wurden in vier Gruppen eingeteilt und etwas umbenannt: So saß „Maximilian von Hessen“ in der Gruppe der Kurfürsten, „Daniel Lobesam“ sprach für die Ratsherren der Stadt, „Heinrich von Wittingen“ führte den niederen Klerus an und „Paul“ war Bauer.

Diese vier Gruppen machten sich zunächst vertraut mit ihren Rollen und bereiteten dann ihre erste Rede auf dem Marktplatz vor. In dieser Rede sollte jede Gruppe einzeln Stellung zu den Zielen der Reformation nehmen. Im Anschluss an die ersten Reden begann ein reger Gedankenaustauch. Die Gruppen konnten sich gegenseitig zu Gesprächen einladen, ihre Argumente austauschen und diese anschließend bewerten. Eine weitere Rede und ein neuer Gesprächsgang schlossen sich an, bevor es schließlich zur Abstimmung über die Einführung der Reformation kam. Hier durfte jeder und jede einzeln entscheiden, es gab also keinen „Fraktionszwang“.

Um den zeitlichen Graben von 500 Jahren zu überspringen und in die Rollen der damaligen Menschen und Stände zu schlüpfen, brauchten die Jugendlichen natürlich viel Zeit. Dann aber agierten sie sehr engagiert in ihren Rollen, schmiedeten Bündnisse und traten für ihre wirtschaftlichen und geistlichen Ziele ein. Dabei entdeckten die Ratsherren mit zunehmender Spieldauer ihre starke und verbindende Position. Für ihre Ziele, z.B. den Gottesdienst in der Landessprache zu feiern, erhielten sie breiten Zuspruch. Den Bauern fiel es sehr schwer zu akzeptieren, dass der Gedanke eines Generalstreiks in den nächsten Jahrhunderten erst noch vorbereitet werden müsse. Überall nur als Bittsteller auftauchen zu können, war eine harte Erfahrung. So wurden die Bauernunruhen der 1520er Jahre unmittelbar nachvollziehbar.

Zusätzlich besuchten die Teilnehmenden zum Auftakt des Planspiels die Homberger Stadtkirche, in der auch schon 1526 die Reformation in Hessen eingeführt wurde. Unter anderem betrachteten sie ausgiebig das Reformationsfenster hinter dem Altar, das die Homberger Synode darstellt. Während des Planspiels wurde dann noch eine kurze Pause eingelegt, der Kirchturm bestiegen und das volle Geläut auf dem Glockenboden der Stadtkirche bewundert.

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Eine Meldung von selk_news
Redaktion: Jugendwerk der SELK
Autor: Hauptjugendpfarrer Henning Scharff
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