In einem Jahr: 95-Thesen-Tour | 01.11.2016

In einem Jahr: 95-Thesen-Tour zum Reformationsgedenken
SELK-Pfarrer initiiert ökumenische Fahrrad-Tour

Wittenberg, 1.11.2016 - selk - In genau einem Jahr startet die "95-Thesen-Tour" als ökumenische Fahrrad-Tagestour: Anlässlich der 500. Wiederkehr des Schreibens von Martin Luther an Kardinal Albrecht um den Allerheiligentag 1517 ist ein "Brief-Weg" geplant. Er beginnt am 1. November 2017 um 9 Uhr in Wittenberg an der Stadtkirche und kommt gegen 17 Uhr in Halle/Saale zum Ziel. Pfarrer i.R. Lienhard Krüger von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zeichnet für die Idee und Durchführung verantwortlich, Peter Scheuermann für Technik und Logistik. Als Veranstalterin fungiert die SELK, unterstützt wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Sachsen-Anhalt.

Hintergrund des Briefes von Luther an den Kardinal waren Geschehnisse um den Ablasshandel, besonders in Mitteldeutschland nach 1510. Nach Zahlung entsprechender Summen wurde mit einem Ablassbrief der Nachlass von vonseiten der Kirche auferlegten Strafen bescheinigt, die vom Sünder nach seiner Umkehr noch zu verbüßen wären. Luther wendet sich mit unterwürfigem Tonfall an seinen vorgesetzten Geistlichen, um ihn auf die missverständlichen Folgen aufmerksam zu machen, die im Volk nach den Ablasspredigten entstanden waren: Man glaube, durch den erkauften Ablass sich seines Heiles sicher sein zu können. Entsprechend werde nach der Zahlung die Seele einen Freifahrschein zum Himmel bekommen. Ebenso seien sowohl die Sündenstrafen als auch die Schuld getilgt. Luther wusste sehr wohl vom Bußsakrament, dass Christus allein Schuld vergibt durch seine Hirten in der Absolution wie auch im persönlichen Gebet und Sündenbekenntnis. Nun drängt Luther also den Kardinal, Obacht zu geben auf diese Missstände in den deutschen Bistümern.

Per Kurier wird am 1. November 1517 der Brief nach Halle auf die Moritzburg transportiert. Der Empfänger ist abwesend. "Am 17. November wurde er (der Brief) von Albrechts Räten in Calbe an der Saale geöffnet und nach Aschaffenburg weitergeleitet, wo sich der Erzbischof aufhielt. Dort traf er wohl noch im November ein", schreibt der Lutherexperte Prof. em. Dr. Martin Brecht.

"Eine ,Nach-Fahrt' dieser Kurier-Post am Gedenktag der Heiligen, 1. November 2017, kann als ökumenisches Beobachten angesehen werden, wie sich weiterhin im christlichen Glauben die Gnade Gottes auf den Menschen zu bewegt", so Initiator Lienhard Krüger.

Der ökumenische "Brief-Weg" beginnt am 1. November 2017 mit dem Treffen der Teilnehmenden und ihren Fahrrädern um 8.45 Uhr auf dem Marktplatz der Lutherstadt Wittenberg. Die Anreise erfolgt individuell mit Bahn oder Auto.

Um 9 Uhr an der Stadtkirche wird der Stadtkirchmeister Bernhard Naumann auf der für ihn bekannten "lutherischen Sprachmanier" die Gruppe verabschieden.

Die Fahrstrecke wird kurz gehalten, beträgt rund 80 km - "auch an einem trüben Novembertag bei Gegenwind durchaus zu bewältigen", sagt Krüger.

Unterwegs mache man Halt in Bergwitz, Gräfenhainichen, Bitterfeld und an der Autobahnkirche Brehna.

In Halle wird zunächst die Marktkirche das Ziel sein, danach geht es auf die Moritzburg zu einem kurzen Kapellenbesuch. Den Abschluss bildet ein Gottesdienst zum Gedenktag der Heiligen in der römisch-katholischen Moritzkirche in Halle um 18.30 Uhr. Danach erfolgt die individuelle Heimreise, alternativ eine Übernachtung nach rechtzeitiger Anmeldung. Quartiere hat Krüger reserviert. Informationen dazu wie zu der Tour überhaupt sind bei ihm zu bekommen: Herderstraße 9, 23564 Lübeck, Tel. (04 51) 2 09 647 16 oder (0 15 20) 8 48 31 69, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Eine spezielle Internetpräsenz wird in Kürze unter www.95-thesen-tour.de freigeschaltet. Auf "bis zu 95 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 18 Jahren" hofft Lienhard Krüger: "aus allen Konfessionen, auch nicht kirchlich Gebundene." Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro.

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Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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