Gedenken für die Opfer im Strassenverkehr | 17.11.2016

Gedenken für die Opfer im Straßenverkehr
SELK: Gottesdienst in der Autobahnkirche RUHR

Bochum, 17.11.2016 - selk - Wie fühlt es sich an, wenn man selbst einen Verkehrsunfall erleidet, eingeklemmt im Auto feststeckt, auf Hilfe von außen angewiesen ist? Eine Texteinspielung im Gottesdienst zum Gedenken der Opfer im Straßenverkehr am 5. November in der Autobahnkirche RUHR, der Epiphanias-Kirche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Bochum, nahm die etwa 50 Teilnehmenden mit hinein in solch eine Situation: "Mir ist kalt, ich kann mich nicht bewegen, irgendeine Flüssigkeit scheint aus dem Autowrack auszulaufen", ist über die Lautsprecheranlage zu hören. Und welche Schritte dann seitens der Feuerwehr eingeleitet werden, wenn ein Notruf eingeht, das schilderte ein in voller Montur gekleideter Mitarbeiter der Bochumer Feuerwehr in bewegenden Worten.

"Woher kommt mir Hilfe?" - So heißt es im Psalm 121. Diese Frage nahm Notfallseelsorger Hajo Witte dann in seiner Predigt auf und sagte: "Manchmal wirkt es, also ob Gott wie ein Sekundenschläfer im Auto ist." Im entscheidenden Moment sei er eben nicht wach und zur Stelle mit seiner Hilfe. Damit umgehen zu können, sei für alle Betroffenen und Trauernden nicht leicht. Hilfe komme aber zuerst einmal sehr professionell von den zuständigen und gut ausgebildeten Rettungskräften. Sie standen deshalb auch in diesem Jahr im Mittelpunkt des Eingangsteiles im Gottesdienst.

Im Gedenkteil nutzten dann die teilnehmenden Trauernden, Polizisten, Notfallhelfer und Rettungskräfte die Gelegenheit, eine Kerze anzuzünden - ein Licht zum Gedenken an die Opfer von Unfällen im Straßenverkehr, ein Licht aber auch der Hoffnung, dass Gott tröstend da ist, Kraft schenken kann in aller Hoffnungslosigkeit. Es braucht aber manchmal Zeit, diese Zuversicht wieder spüren zu können.

Die elf weißen Kreuze direkt vor der Kirche an der Kreuzung der A 40 und der Dorstener Straße erinnern auch nach außen hin an jene Menschen, die in den Städten und auf den Autobahnen des Ruhrgebietes im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen verstorben sind. "Jedes Mal wünsche ich mir, dass wir nicht mehr hier stehen müssen. Doch wir werden uns auch im nächsten Jahr wieder hier versammeln und an neue Unfallopfer denken", sagte Hajo Witte in der kleinen Andacht an den weißen Kreuzen vor dem Gottesdienst. Derweil brausen die Autos auf der vielbefahrenen Kreuzung und der A 40 hektisch und unbeirrt weiter.

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