Braunkohle rückt nicht bis Guben vor | 26.04.2017

Tagebau Jänschwalde-Nord kommt nicht
Bedeutsame Veränderung für die Region und das Naëmi-Wilke-Stift

Guben, 13.04.2017 - selk - "Eine etwas ungewöhnliche Pressemitteilung von uns aus dem Osten" kündigte Stefan Süß, Rektor des in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche beheimateten Naëmi-Wilke-Stiftes in Guben, gegenüber selk_news an: Der geplante Tagebau Jänschwalde Nord wird nicht gebaut. Damit rückt die Braunkohle nicht bis nach Guben.

"Das ist für uns von Bedeutung", erklärt Süß, "da die Regionalentwicklung eben auch Auswirkungen auf unsere Arbeitsfelder hat.".

Seit 10 Jahren haben Menschen in den Dörfern Kerkwitz, Atterwasch und Grabko in unmittelbarer Nähe zu Guben gezittert. Und sie haben gekämpft um den Erhalt ihrer Orte.

Der frühere Tagebaubetreiber und Energieriese in Ostdeutschland, der schwedische Staatskonzern Vattenfall hatte zusammen mit der Landesregierung von Brandenburg beabsichtigt, durch Ausbau des Tagebaus Jänschwalde die Kohleförderung bis vor die Tore der Stadt Guben zu treiben.

Am 30. März 2017 hat der Nachfolgekonzern von Vattenfall, die LEAG (Lausitz Energie Bergbau AG), der jetzige Tagebaubetreiber, den Beschluss veröffentlicht, die Erweiterung des bestehenden Tagebaus Jänschwalde in Richtung Norden nicht mehr zu verfolgen. Damit bleiben nicht nur die traditionsreichen Dörfer erhalten, sondern auch riesige Naturlandschaften.

Die Entscheidung hat in den bedrohten Dörfern große Freude ausgelöst mit Feuerwerk und Feierlaune. Am darauffolgenden Sonntag fand spontan ein Lob- und Dank-Gottesdienst in der Atterwascher Kirche statt mit einer Art „Heilig-Abend-Feeling“, wie die Regionalzeitung „Lausitzer Rundschau“ berichtete.

Natürlich sind damit andererseits auch Arbeitsplätze in der Braunkohle gefährdet, für die die Politik Lösungen finden muss. Für die Stadt Guben und für die Region wird sich die Entscheidung jedoch langfristig positiv auswirken. Die beinahe vom Tagebau umzingelte Stadt Guben behält ihr natürliches Lebensumfeld. Das Naherholungsgebiet um den Deulowitzer See, die weiten Felder, Wiesen und Wälder werden für Mensch und Tier erhalten bleiben.

Auch das Naëmi-Wilke-Stift profitiert davon: Für die Standortentwicklung der Stiftung ist es von großer Bedeutung, dass Menschen in der Region bleiben und gern hier leben und arbeiten. Die Randlage der Stadt Guben an der Grenze zu Polen ist ohnehin nicht unbedingt förderlich für den Zuzug von immer wieder dringend gebrauchten guten Fachkräften für die vielen sozialen Aufgabenfelder der Stiftung, von denen derzeit 400 in Beschäftigung sind.

Und: Wer in der Region wohnen bleibt, wird auch die Leistungsangebote der Stiftung künftig nutzen - sei es im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege, in der Ausbildung oder in der Kindertagesstätte.

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