Rabbiner suchen Annäherung an Christen | 05.01.2016

Orthodoxe Rabbiner suchen Annäherung an Christen
SELK-Beauftragter würdigt internationales Dokument


Bielefeld, 5.1.2016 - selk - Eine Gruppe von 26 orthodoxen Rabbinern aus mehreren Staaten hat am 3. Dezember erklärt, die Annäherung an Christen vorantreiben zu wollen. Darauf weist der Beauftragte der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) für "Kirche und Judentum", Pfarrer Andreas Volkmar (Bielefeld), in einer Pressemeldung hin. Das englischsprachige Dokument trage in deutscher Übersetzung den Titel "Den Willen unseres Vaters im Himmel tun: Auf dem zu einer Partnerschaft zwischen Juden und Christen" und sei vom "Zentrum für jüdisch-christliche Verständigung und Kooperation" veröffentlicht worden.

In dem Text heiße es unter anderem, nach zwei Jahrtausenden sei es an der Zeit, "die von Christen dargebotene Hand zu ergreifen." Die Feststellung der Kirche, das Volk Israel habe eine einzigartige Stellung in der Heilsgeschichte, mache eine Annährung möglich.

Das Dokument sei ein "mehrfacher Hinsicht erstaunlich", urteilt Volkmar und benennt drei Punkte: Zum ersten Mal würden sich darin orthodoxe Juden - und zwar weltweit - positiv über den christlichen Glauben äußern. Schon im Titel der Erklärung falle auf, dass die Anrede Gottes als "Unser Vater im Himmel" aus dem Vaterunser, dem christlichen Zentralgebet, verwendet werde. Das Entscheidende sei aber, dass Jesus nicht mehr "verteufelt oder dämonisiert" werde. "Im Talmud und in vielen orthodox-jüdischen Schriften war dies bisher der Fall", so der Beauftragte: "Jesus wird zwar in der Erklärung nicht als der jüdische Messias er- und bekannt, aber man bekennt, dass er einen entscheidenden Platz in der Heilsgeschichte Gottes einnimmt: Jesus brachte eine doppelten Wert in die Welt. Zum einen bestätigte er vollmächtig die Autorität des Gesetzes Mose (Thora), zum anderen befreite er die Völker vom Götzendienst und führte sie zu den Bundesverpflichten Noahs zurück."

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