Situation christlicher Flüchtlinge verschlechtert | 12.02.2016

". an das Klima erinnert, vor dem sie aus ihrer Heimat geflohen sind."
SELK-Pfarrer zu Übergriffen auf Christen in Flüchtlingsheimen

Berlin, 12.2.2016 - katholisch.de/selk - Rund 1.200 christliche Flüchtlinge, größtenteils muslimische Konvertiten aus dem Iran, Afghanistan, aber auch aus arabischen Herkunftsländern, gehören der Berliner Dreieinigkeits-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) mittlerweile an. Und die erzählen ihrem Pfarrer Dr. Gottfried Martens immer wieder von Drohungen und Übergriffen in ihren Unterkünften.

In einem Interview mit katholisch.de, dem Internetportal der römisch-katholischen Kirche in Deutschland, hat Martens nun über die Vorfälle gesprochen.

Martens beklagt, dass es im vergangenen halben Jahr zu einer deutlichen Verschlechterung der Situation christlicher Flüchtlinge in Flüchtlingsunterkünften gekommen sei. Es gebe verstärkt radikale Muslime, die diese Christen als "Kuffar", als Ungläubige ansähen, die "den Tod verdient" hätten. Christen würden von Muslimen bedroht, man zeige ihnen Enthauptungsvideos auf Handys, verwehre ihnen den Zugang zur Küche, übe physische Gewalt und reiße ihnen die Taufkreuze vom Hals.

"In vielen Heimen wird ein Klima geschaffen, das unsere Gemeindemitglieder an das Klima erinnert, vor dem sie aus ihrer Heimat geflohen sind", so Martens. Ein großes Problem bestehe darin, dass sowohl Behörden, die Polizei eingeschlossen, als auch Politiker und Journalisten sich sehr mit Kritik an den beschriebenen Zuständen zurückhielten, weil man offenbar Angst habe, Wasser auf die Mühlen derer zu geben, die diese Vorfälle für flüchtlingsfeindliche Propaganda missbrauchen könnten.

Auf die Frage, welchen Beitrag die Kirchen dazu leisten könnten, die christlichen Flüchtlinge besser zu schützen, sagt Martens: "Die Kirchen müssen sich dieses Themas zunächst überhaupt sehr viel deutlicher annehmen und es nicht nur verschämt ansprechen." Martens vermisst, dass die Kirchen nicht deutlich ihre Stimme erheben: "Wenn ich mit Politikern spreche", so Martens, " heißt es bisher immer: Die Kirchen sehen eine getrennte Unterbringung nicht als notwendig an. Dann stehe ich blöd da."

Martens spricht sich mit Nachdruck für eine getrennte Unterbringung christlicher und muslimischer Flüchtlinge aus. Auch wenn es "eine heikle Angelegenheit" sei, sich für die Trennung von christlichen und muslimischen Flüchtlingen einzusetzen, sehe er nur darin eine Möglichkeit, Christen vor Übergriffen zu schützen. "Wir dürfen christliche Flüchtlinge nicht zu einer Art ,Versuchskaninchen' von eigentlich lobenswerten Toleranzbemühungen machen, wenn sie dafür täglich in Angst leben müssen", so Martens gegenüber katholisch.de. Dies sei zwar keine optimale Lösung, aber der erste praktische Schritt. Martens: "Danach muss allerdings ganz massiv an der religiösen Intoleranz vieler muslimischer Flüchtlinge gearbeitet werden."

Der Steglitzer SELK-Pfarrer ist einer der wenigen Verfechter dieser Position und wird seit geraumer Zeit in dieser Eigenschaft häufig von den Medien zitiert, zu Talkshows eingeladen und interviewt. Zuletzt kam er auch in einem Beitrag der ARD-Sendung ,Tagesthemen' zu Wort.

(http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-154135.html)

Das Interview auf katholisch.de ist abrufbar unter:

http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/sie-flehen-mich-an-sie-herauszuholen

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