ACKN-Tagung in Vechta | 31.03.2019

ACKN-Tagung in Vechta unter dem Thema "Religionsfreiheit"
SELK durch Tino Bahl und Jochen Roth vertreten

Vechta, 31.3.2019 - selk - Zur Frühjahrskonferenz der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN) kamen die Delegierten der Mitgliedskirchen in diesem Jahr am 28./29. März im St. Antoniushaus in Vechta zusammen.

Thematisch beschäftigten sich die Delegierten diesmal mit "Religionsfreiheit", wozu drei geladene Gäste die Inhalte aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten und ihre Perspektiven mit Fragen der Delegierten kritisch und differenziert miteinander ins Gespräch brachten. Eine erste Perspektive gab Oberkirchenrätin Sabine Dreßler, Referentin der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) für Menschenrechte, Migration und Integration, mit ihrer Einführung in den Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit 2017 (https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/oekumenischer_bericht_religionsfreiheit2017.pdf).

Pastor Markus Töpfer, Referent von "Open Doors", sprach über die Arbeitsweise des christlichen Hilfswerkes, das sich für verfolgte Christen einsetzt, und stellte den Weltverfolgungsindex von 2019 vor; er eröffnete damit eine zweite Perspektive auf das Thema, die besonders auf die Situation der verfolgten Christen aufmerksam machen möchte.

Einen dritten Blickwinkel eröffnete Volker Beck, Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien an der Ruhr Universität Bochum, mit einer wissenschaftlichen Betrachtung des Themas. Neben den Grenzen der unterschiedlichen Aspekte zur Erfassung der Problematik wurden auch die rechtlichen beziehungsweise menschenrechtlichen Grundlagen der Religionsfreiheit, die Methoden zur Erfassung von Glaubensverfolgung sowie Defizite beziehungsweise die einseitige und undifferenzierte Darstellung der Ursachen der drei Perspektiven zur Untersuchung der weltweiten Religionsfreiheit diskutiert und kritisch hinterfragt. Ein besonderes Schwerpunktthema aller vorgestellten Perspektiven stellt der Umgang mit der Apostasie, der Freiheit des Glaubenswechsels, als Nagelprobe zur Beurteilung der Religionsfreiheit weltweit dar.

Der Abend des ersten Sitzungstages endete mit Berichten aus den Mitgliedskirchen der ACKN und der Möglichkeit zum Gespräch und Austausch.

Am zweiten Sitzungstag besuchten die Delegierten die Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen in Vechta. Die römisch-katholische Seelsorgerin der JVA, Pastoralreferentin Josefine May, führte in die Besonderheiten und Schwierigkeiten des Strafvollzugs für Frauen ein. Eine Inhaftierte gab sehr anschaulich exemplarische Einblicke in den Alltag und die Wahrnehmung von eingeschränkter Freiheit.

Neben den obligatorischen Punkten der Tagesordnung am Nachmittag wurde beschlossen, jeweils einen Vertreter der regionalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen in Niedersachsen zu den Tagungen einzuladen, um den ökumenischen Austausch und das Gespräch zwischen der Landes- und der Regionalebene zu fördern und die Ökumene vor Ort zu stärken.

Erstmalig nahm an der Frühjahrskonferenz auch Pastor Michel Youssif, Vorsitzender der Arabisch-deutschen evangelischen Gemeinde in Hannover, als Gastvertreter der Internationalen Konferenz christlicher Gemeinden (IKCG) teil.

Im geistlichen Rahmen der Konferenz, den ökumenischen Andachten zu den Tagzeiten, wurde in den Gebeten und Fürbitten besonders der verfolgten Christen und aller Menschen, die Verfolgung aufgrund ihres Glaubens erleiden, gedacht.

Die Herbstkonferenz der ACKN wird am 26. Oktober in den Räumen der Katholischen Pfarrgemeinde der Alt-Katholiken - Hannover/Niedersachsen-Süd St. Maria Angelica stattfinden und über die Aufnahme der Neuapostolischen Kirche (NAK) beschließen sowie sich mit dem Thema "Ökumene mit eigenen Kräften beleuchten" beschäftigen.

Die Region Nord der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) wurde durch ihre Delegierten Pfarrer Tino Bahl (Lage) und Pfarrer Jochen Roth (Lehrte-Arpke) vertreten.

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