Vorstandswahlen bei ACK | 04.04.2019

Erzpriester Miron als erster orthodoxer Christ ACK-Vorsitzender
SELK-Bischof als Stellvertreter in den Vorstand gewählt

Hofgeismar, 4.4.2019 - selk - Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland hat bei den turnusgemäß anstehenden Neuwahlen am 4. April in Hofgeismar einen neuen Vorsitzenden bestimmt. Auf den römisch-katholischen Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), der laut Satzung nicht noch einmal kandidieren durfte, übernimmt nun zum ersten Mal in der Geschichte der ACK ein orthodoxer Christ dieses Amt: der griechisch-orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron (Köln).

Als seine Stellvertreter wurden Reverend Christopher Easthill von der Arbeitsgemeinschaft anglikanischer Gemeinden und Bischof Harald Rückert (Frankfurt /Main) von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, Bistum Hildesheim, und Bischof Dr. Martin Hein, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Der leitende Geistliche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), wurde als Stellvertreter in den Vorstand gewählt.

Erzpriester Radu Constantin Miron wurde 1956 in Bonn geboren. Er studierte in Thessaloniki (Griechenland) orthodoxe Theologie und schloss 1978 als Diplom-Theologe ab. Es folgte in Bonn und Köln das Studium der Byzantinistik, Romanistik und Theologie. 2010 schloss er noch ein Magisterstudium in Thessaloniki mit dem Master of Theology ab. 1983 bis 2016 wirkte Miron als Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Brühl (Rheinland), 1998 bis 2003 war er gleichzeitig auch Pfarrer einer rumänischsprachigen Gemeinde in Düsseldorf und Umgebung und wirkt zudem seit 1990 als Religionslehrer am Leibnitz-Montessori-Gymnasium Düsseldorf sowie seit 2000 als Gefängnisseelsorger an der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf. Seit 2009 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Bonn für den Studiengang Master of Ecumenical Studies. Der Erzpriester ist Ökumenereferent der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Seit 2016 ist er Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Köln sowie Bischöflicher Vikar der Griechisch-Orthodoxen Metropolie für Nordrhein-Westfalen. Miron ist verheiratet, Vater von fünf Kindern und Großvater eines Enkelkindes.

Bei einem Festakt anlässlich der Verabschiedung des ausscheidenden Vorstands und des Vorsitzenden sprach Professor Dr. Wolfgang Thönissen, Leitender Direktor des römisch-katholischen Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn. Er arbeitete mehrere charakteristische Eigenschaften der Ökumene heraus: So sei sie Lerngemeinschaft, Konsensgemeinschaft, die auch Spannungen aushalten könne, Tauf- und Bekenntnisgemeinschaft, Gebets- und Gottesdienstgemeinschaft sowie Verantwortungsgemeinschaft. "Die Gemeinschaft, die wir bereits leben, wollen wir vertiefen", betonte Thönissen und ermutigte die Mitgliederversammlung, das Ziel der Einheit weiter im Blick zu behalten.

Zuvor war bereits die ACK-Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Dieckmann im Rahmen einer Andacht verabschiedet worden. Die 59-jährige römisch-katholische Theologin kehrt nun in die Erzdiözese München und Freising zurück, die sie für ihre Tätigkeit bei der ACK freigestellt hatte. Dieckmann wird dort als Fachreferentin für theologische Bildung tätig sein. Als ihre Nachfolgerin wurde Dr. Verena Hammes begrüßt. Die 28-Jährige ist ebenfalls Katholikin und stammt aus Koblenz. Hammes war von 2014 bis 2017 Projektreferentin "Ökumene vor dem Reformationsgedenken 2017" im Bereich Glaube und Bildung im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn.

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Millionen Christinnen und Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Die SELK ist Mitglied der ACK. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt "Ökumenische Centrale", hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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