RaSiMuTa-Konzert begeisterte | 19.05.2016

RaSiMuTa-Konzert mit Flashmob, Bach und Gospel
SELK: Pfingsten mit neuem Jugendchorprogramm in Radevormwald

Radevormwald, 19.5.2016 - selk - "fluchtpunkt.pfingsten": So lautete das diesjährige Motto des Jugendchorkonzertes der 26. Radevormwalder Sing- und Musiziertage (RaSiMuTa) am Pfingstmontag. Die RaSiMuTa sind eine Veranstaltung der Martini-Gemeinde Radevormwald der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).

So ungewöhnlich der Titel, so ungewöhnlich war schon der Beginn des Konzertes mit 74 Jugendlichen. Kein Choreinzug, keine Normalaufstellung im Altarraum, sondern aus verschiedenen Punkten der Kirche begannen nacheinander einzelne Personen sich zu erheben und einen sprechenden Chor anzustimmen. So ein "Flashmob", also ein scheinbar spontaner Menschenauflauf, kam einer geographischen Fuge gleich - weltweit aus verschiedenen Richtungen, aus verschiedenen Städten, von verschiedenen Flüssen: Menschen suchend, flüchtend und in Bewegung nach vorne drängend.

Sie waren ausgerichtet auf einen Fluchtpunkt, in dem alle Linien zusammenlaufen, nämlich das Kreuz im Altarraum.

"War das nicht genauso an Pfingsten vor 2000 Jahren? Nicht nur Ratibor, Honolulu, Athen, Kanada, Mexiko, sondern ,Parter, Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Phrygien und Pamphylien, Ägypten, Libyen .'", fragte Gemeindepfarrer Johannes Dress bei der Begrüßung. Alle trafen sich damals im Fluchtpunkt Jerusalem und sie "hörten sich in ihren Sprachen von den großen Taten Gottes reden."

Der Jugendchor hat dazu noch eine andere, überraschende Sprache gefunden, womit nun wirklich keiner gerechnet hatte. Aus der Fuge der Geographie entwickelte sich die anspruchsvolle Fuge aus der berühmten h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach, das bittende und flehende "Kyrie eleison". Und der Chor fand dann noch mehr Sprachen. Vorne im Altarraum - am rettenden Fluchtpunkt - sang er und lobte Gott mit Musik aus verschiedenen Ländern, in verschiedenen Sprachen und in verschiedenen Genres, vor allem mit der erwarteten Gospelmusik, die wieder einmal begeisterte: angefangen von einem syrischen Halleluja über drei Stücke des schwedischen Gospelchorleiters Tore W. Aas "Let us go into the house oft the Lord", "Promised Land" und "New Direction" bis hin zum Mottosong des Weltjugendtages 2016 in Krakau (Selig sind die Barmherzigen).

"Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen nach einer neuen Richtung, nach neuen Wegen suchen. Sie sind müde, gefesselt, bedroht, sie fliehen", heißt es in einem Song. Die Flucht ist dabei vielfältig: Flucht vor Gewalt und Not, aber auch Flucht vor unangenehmen Menschen, vor Konflikten oder vor sich selbst. Wo zieht es uns hin? Wohin fliehen wir? Dass Gott unsere Zuflucht ist und zur Fluchtburg wird, wurde durch das Lied "Move spirit move" von Helmut Jost als pfingstlicher Bittruf in die Herzen der Zuhörenden gesungen.

Es gibt "Zehntausend Gründe", in die Arme Gottes zu fliehen und anzufangen zu singen und zu loben, zu danken. "Und es gibt nicht nur zehntausend Gründe zu singen. Sondern wenn die Zeit dann gekommen ist, wird meine Seele Gott preisen zehntausend Jahre und in Ewigkeit." Dieses deutsche Lied, arrangiert von Chorsänger Finn-Ole Steffen und mit Sologesang seines Bruders Sönke Steffen ausgestaltet, war nicht überzeugender zu präsentieren. Weitere Songs von Johannes Falk ("Alles fließt") und Joakim Arenius ("No better Than you") wurden vom Co-Chorleiter Bene Hölker arrangiert, der selbst immer wieder Gitarre spielte und sich auch ans Klavier setzte.

Das spanische und zu Herzen gehende Schlussstück des Konzertes ("Digno es el Señor") brachte den Fluchtort noch einmal auf den Punkt: "Danke für deinen Kreuzestod, danke für den Preis, den du für mich gezahlt hast. Würdig ist der Herr. Er hat mich gerettet."

Der Jugendchor hat in dem facettenreichen Programm wieder einmal Höchstleistung gezeigt, was vor allem an der professionellen und begeisternden Leitung des Musikerehepaares Steffi Buyken und Bene Hölker lag. Die dazugehörige Band mit den weiteren Pianisten Lukas-Christian Schorling und Finn-Ole Steffen, dem Schlagzeuger Marcel Reitmayer und dem E-Bassspieler Christoph Bensch sowie einem Blechbläserensemble und weiteren Gesangsolostimmen gaben dem ganzen Konzert schöne Klangfarben und eine pfingstliche Ausstrahlung.

Die knapp 300 Zuhörerinnen und Zuhörer bedankten sich am Ende mit Standing Ovations. Und wie immer verabschiedeten sich die Jugendlichen in einem großen Kreis auf der Gemeindewiese mit "shake hands" und hoffen, sich nächstes Jahr in Radevormwald wiederzusehen.

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